Die Franzosen wenden sich von Macron ab
Die Franzosen wenden sich von Macron ab
Datum: 25.07.2017 - 08:00 Uhr
Emmanuel Macron war das große Versprechen auf eine politische Wende in Frankreich zum Besseren. Doch er war mehr als das. Er war der »French-Obama«, der Gegenentwurf des alten politischen Miefs im Präsidentenpalast. Macron kam so ganz anders daher: jung, dynamisch, offensiv, sympathisch, unangepasst. Und er wusste, sich selbst zu inszenieren respektive inszenieren zu lassen. Die gesamte politische Elite aus aller Welt stand bei ihm Schlange und vor allem deutsche Altparteienpolitiker suchten die Nähe zu dem aufgehenden Stern am Polithimmel, um sich in seinem Glanze zu sonnen.
Doch so groß Macrons Erfolge auf internationaler Bühne auch sein mögen und so auffallend er als Gegenentwurf zu Merkel und den anderen ewigen Politikern auch erscheinen mag, in seinem Heimatland Frankreich kriegt er »gar nichts auf die Kette«. Von seinem Versprechen, die Politik radikal neu zu erfinden, wurde im Grunde genommen nichts umgesetzt. Außer, dass in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit bereits fünf(!) Minister wegen größerer oder kleinerer Skandale ihren Posten räumen mussten. Das ist in der Tat ein neuer Rekord für das derartigen Ereignissen ohnehin nicht arme Frankreich.
Andere Wahlversprechen, so vor allem die bei dem armen Teil der Bevölkerung erhoffte Abschaffung der Wohnungssteuer, wurden nicht eingelöst, sondern aufgrund des klammen französischen Staatssäckels aufs nächste Jahr verschoben. Im letzten Monat verlor Macron in einer Umfrage zehn Punkte und ging von 64 auf 54 nach unten. Einen solchen Absturz in so kurzer Zeit hatten selbst Sarkozy und Hollande nach ihrem Amstantritt nicht erlebt.
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