Deutschland muss um Anteile am Weltmarkt kämpfen
Deutschland muss um Anteile am Weltmarkt kämpfen
Datum: 19.10.2016 - 08:00 Uhr
Das »Institut der deutschen Wirtschaft in Köln« (IW) hat seine neue Studie zur Wettbewerbsfähigkeit auf dem Welthandel veröffentlicht. Unter dem Titel »Wettbewerbsfähigkeit – Auf die Kosten kommt es an« wird insbesondere die Auswirkung der Lohnstückkosten auf die Anteile am Weltmarkt beleuchtet. Da diese Kosten in den letzten fünf Jahren in Folge permanent gestiegen sind, die deutschen Anteile am Weltmarkt und daraus resultierend der deutsche Arbeitsmarkt dennoch relativ stabil geblieben sind, geht die Studie der generellen Frage nach, ob Deutschland immun gegen Kostenänderungen geworden ist oder ob Bedeutung der Lohnkosten für die Wettbewerbsfähigkeit grundsätzlich überschätzt wird.
Die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Landes ergibt sich aus den drei Optionen im Warenhandel. Entweder kann es seinen Markanteil ausbauen, dieser bleibt gleich oder es muss Anteilsverluste hinnehmen. Aus dieser Entwicklung berechnet die OECD einen Indikator, die sogenannte »Exportperformance«. Steigende Marktanteile ergeben eine steigende Exportperformance.
Die Erhöhung der Lohnstückkosten sorgt im Allgemeinen aufgrund der Verteuerung der Produkte für einen Verlust der Anteile am Weltmarkt. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass bei 14 von 17 untersuchten Ländern im Zeitraum 1991 bis 2014 Kostensteigerungen überwiegend mit einem Nachlassen der Exportperformance einher gehen. Deutschland gehört zu den Ausnahmen, denn hier sind Veränderungen der Lohnstückkostenposition zumeist mit eher gegenläufigen Entwicklungen der Exportperformance einhergegangen.
Aber, so warnt die OECD, es gebe kein Gesetz, dass dies auch zukünftig der Fall sein wird. Für Deutschland wird ein Rückgang der Exportperformance von 1,6 Prozent für 2016 erwartet. Das ist nach Griechenland der größte Rückgang innerhalb der EU-Staaten. Auch für das kommende Jahr, so die Prognose, verliert Deutschland weiter Marktanteile. Irgendwann, so die Befürchtung, könnte sich das doch auf den Arbeitsmarkt durchschlagen.
Die Studie des IW hier: Wettbewerbsfähigkeit – Auf die Kosten kommt es an
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment