Deutscher Fußballbundesligist macht Werbung für Rüstungsschmiede

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Deutscher Fußballbundesligist macht Werbung für Rüstungsschmiede
Datum: 30.05.2024 - 10:11 Uhr

Jeder Krieg bedeutet Zerstörung, Vertreibung, Vernichtung und Tod. Es gibt Verlierer, viele Verlierer, die viel, manchmal sehr viel und manchmal auch alles, verloren haben: die Soldaten im Feld, die ihre Gesundheit oder ihr Leben verlieren; die Ausgebombten in der Heimat, die ihre Bleibe und ihre Familienmitglieder verlieren; die daheim Wartenden, die ihre im Feld kämpfenden Angehörigen verlieren und oft unverrichteter Dinge auf ihre Väter, Söhne, Brüder und Neffen und deren Rückkehr hoffen und warten.

Und es gibt Kriegsgewinnler. Unternehmen, die mit Tod, Vertreibung, Zerstörung und Vernichtung den dicken Reibach machen. Sie streichen mit dem Leid anderer Menschen fette Gewinne ein und stoßen sich richtig gesund. Nicht nur in den für den Export von Waffen, Munition, Kriegs- und sonstigem Rüstungsgütern bekannten Ländern wie den USA. Dort gibt es eine Vielzahl von Unternehmen, die sich auf den Krieg spezialisiert haben und einzig und allein dadurch existieren können. Gäbe es keinen Kriege mehr, müssten die ihre Läden dicht machen.

Doch auch in Deutschland gibt es immer mehr Unternehmen, die sich am Krieg gesund stoßen. Die Firma Rheinmetall in Düsseldorf gehört dazu. Innerhalb von 18 Monaten ist deren Aktie von unter 190 Euro auf aktuell 520 Euro durch die Decke geschossen. Jeder macht in dem Bereich Geschäfte, in denen er sich wohl fühlt. So weit, so schlecht.

Doch jetzt wird es wirklich bedenklich. Denn die Rüstungs- und Waffenschmiede »Rheinmetall« wird neuer Werbepartner des Fußballbundesligisten Borussia Dortmund. Die Banner von Rheinmetall werden zukünftig an den Werbebanden rund um das Spielfeld im Stadion angebracht sein, bereits beim Finale der Champions-League am kommenden Samstag im Londoner Wembley-Stadion(!) sollen sie zu sehen sein.

Nun ist es natürlich jedem Fußballverein selbst überlassen, mit wem er welche Geschäfte macht. Manche handeln »Deals« mit totalitären arabischen Staaten aus (zum Beispiel Katar), andere machen Geschäfte mit dubiosen Wettanbietern oder lassen sich gleich von totalitären arabischen Staaten komplett aufkaufen (so wie es in England gang und gäbe ist). Aber Geschäfte zu machen mit einem Unternehmen, dessen Produkte in erster Linie darauf gemünzt sind, Tod und Verderben zu bringen, ist dann doch noch mal eine ganz andere Hausnummer.

Sven von Storch

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