Deutscher Ferienflieger Condor unter Druck
Deutscher Ferienflieger Condor unter Druck
Datum: 15.04.2020 - 10:02 Uhr
Jahrelang flogen deutsche Urlauber mit der Condor in den Urlaub. Gegründet wurde das Unternehmen 1955 als Deutsche Flugdienst GmbH mit den Gesellschaftern Norddeutscher Lloyd, Hamburg-Amerika-Linie, Deutsche Lufthansa und Deutsche Bundesbahn. Heimatflughafen war von Anfagn an Frankfurt am Main. 1961 wurde die Condor-Luftreederei des Oetker-Konzerns(!) übernommen, ab November 1961 firmierte die Gesellschaft nun unter dem Namen Condor Flugdienst. Schon 1927 hatte die Lufthansa eine Tochtergesellschaft gleichen Namens gegründet, damals in Brasilien. Sie legte den Grundstein für die später staatliche brasilianische Fluggesellschaft Varig.
Die Condor flog aus Deutschland Urlaubsgebiete auf der ganzen Welt an, in der Anfangszeit vor allem Mallorca. Später kamen auch Langstreckenflüge in den Süden Afrikas, nach Sri Lanka und Südamerika hinzu. Das Geschäft florierte, 1997 wurde die Touristikgruppe C&N Touristic (Condor und Neckermann) gegründet, aus der die Thomas Cook Gruppe entstand. Seitdem ging es mit der Condor stetig bergab, was in der Pleite von Thomas Cook gipfelte. Die Condor erhielt von der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) einen Überbrückungskredit, der sie am Leben hielt. Dieser muss am kommenden Freitag zurückgezahlt werden, doch das Geld dafür ist nicht vorhanden.
Seitens Condor hatte man gehofft, dass das Übernahmeangebot der polnischen Fluggesellschaft LOT realisiert werde. Doch die Muttergesellschaft der LOT, die Polnische Gruppe Lotniza (PGL) ließ das Angbeot jetzt platzen. Eine Begründung lieferte die PGL nicht, mutmaßlich aber ist der weltweite Rückgang des Flugverkehrs durch die Ausbreitung des Corona-Virus und die entsprechenden Verluste auch bei der polnischen LOT ein wichtiger Aspekt, der zu dieser Entscheidung geführt hat.
Für Condor jedenfalls wird es eng, spekuliert wird jetzt mit einer staatlichen Garantie für das Unternehmen bis hin zu einer staatlichen Übernahme. Egal wie, der Steuerzahler wird es wohl wieder ausbaden.
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