Deutsche Marine rettet Last-Minute-Flüchtlinge
Deutsche Marine rettet Last-Minute-Flüchtlinge
Datum: 02.11.2017 - 10:03 Uhr
Das zentrale Mittelmeer ist in der aktuellen Jahreszeit denkbar ungeeignet, um sich mit seeuntüchtigen Schlauchbooten auf das offene Meer zu wagen. Aufkommende Winde und zunehmender Seegang gehören im Herbst zu den bekanntermaßen regelmäßig auftauchenden Phänomenen, die selbst hartgesottenen Seeleuten Respekt abnötigen. Die Zahl der »Flüchtlinge«, die in den letzten beiden Jahren diesen Weg zu ihrem illegalen Grenzübertritt in die EU genutzt haben, ist demzufolge auch im Herbst stets deutlich zurück gegangen.
Gestern jedoch brachte die deutsche Fregatte Mecklenburg-Vorpommern rund 30 Seemeilen vor der libyschen Küste ein Schlauchboot mit 124 Last-Minute-Flüchtlingen auf, die in der Nacht zuvor von Libyen aus in See gestochen waren. Sie nutzten die ausnahmsweise ruhige See und atypische Windstille für ihren Turn. Das Boot war selbstverständlich nicht darauf ausgerichtet, die gesamte Strecke zurücklegen zu können, sondern war bestenfalls dafür ausgelegt, dass die »Flüchtlinge« noch in relativer Küstennähe aus Seenot gerettet werden können.
Da die zahlreichen »Retter« diverser NGO-Schiffe sich schon vor geraumer Zeit aus der Region verabschiedet hatten und mehr oder weniger untätig in diversen Mittelmeerhäfen vor Anker liegen, einige von ihnen auch unfreiwillig, springen nun Schiffe der vor Ort eingesetzten Marineverbände ein, so wie in diesem Fall die Mecklenburg-Vorpommern. Nach der »Rettung« wurden die »Flüchtlinge« dann an ein Boot der italienischen Küstenwache übergeben, das die 87 Männer, 16 Frauen und 21 Kinder und Jugendliche sicheren Geleits auf das italienische Festland verbrachte.
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