Deutsche Mainstreammedien mit eigenwilliger Wahlanalyse
Deutsche Mainstreammedien mit eigenwilliger Wahlanalyse
Datum: 10.11.2016 - 08:21 Uhr
Donald Trump hat die Wahl gewonnen. Aktuell hat er 279 von 538 Wahlmänner auf sich vereinen können. Die finalen Resultate aus Michigan und Arizona stehen noch aus. Aber folgt man den Meldungen in den deutschen Mainstreammedien hat »eigentlich« Clinton die Wahl gewonnen. Denn in absoluten Zahlen konnte die vom Establishment gestützte und mit Milliarden an Zuschüssen geförderte Kandidatin der Demokratischen Partei 59.923.027 Stimmen erlangen und liegt damit um fast 300.000 Stimmen vor dem faktischen Sieger Donald Trump, der aktuell 59.692.974 Stimmen bekommen hat.
In der langen Geschichte der US-Präsidentschaftswahlen ist es erst das vierte Mal, dass der Kandidat die Wahl gewonnen hat, der weniger Stimmen als sein faktisch unterlegener Konkurrent erhalten hat. Grund dafür ist einerseits das ungewöhnliche System der Wahlmänner, die in jedem der Bundesstaaten gewählt wird; wie aber auch die sogenannte »the winner takes it all«-Regelung. Unabhängig von den relativen Zahlen erhält der Sieger des Votums in einem der Teilstaaten alle Wahlmänner zu seinen Gunsten.
Die deutschen Mainstreammedien versuchen nun mehr oder weniger unterschwellig zu erklären, dass Clinton die Wahl gewonnen hätte, gäbe es in den USA nicht dieses seltsame Wahlsystem. Trump habe gar nicht die Mehrheit, heißt es. Und man wird nicht müde, Berichte über Demonstranten und Prominente zu veröffentlichen, die erklären, dass Trump nicht ihr Präsident sei.
Die Ironie an der Sache ist, dass ausgerechnet Trump schon lange vor der Wahl exakt dieses Wahlsystem kritisiert hat. Clinton stattdessen hat Trumps Worte als Angriff auf die traditionelle Demokratie des Landes ausgelegt. Nun hat eben jenes von ihr verteidigte Wahlsystem dafür gesorgt, dass Clinton geschlagen vom Platz geht.
Aktueller Auszählungsstand unter anderem hier: http://www.nytimes.com/elections/results/president
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