Deutsche Bahn verramschte millionenschwere Immobilien für lau
Deutsche Bahn verramschte millionenschwere Immobilien für lau
Datum: 20.08.2021 - 10:04 Uhr
Die Gebäude in der Normannenstraße im Berliner Bezirk Lichtenberg waren zu der Zeit des SED-Regimes der Inbegriff des Unrechts. Dort herrschte die Stasi, das Ministerium für Staatssicherheit. Dort wurde die systematische Überwachung und Ausspionierung der etwa 17 Millionen unter der Fuchtel der SED lebenden Menschen geplant, dort liefen die Berichte der »informellen Mitarbeiter« (IM) zusammen, dort wurde bestimmt, wer »Staatsfeind« war und mit welchen Repressalien diejenigen dann überzogen wurden.
Nachdem die Menschen im »Arbeiter- und Bauernstaat« das Unrechtsregime der SED und dessen Angehörige mit Schimpf und Schande vom Hof jagten, bekamen die Immobilien neue Eigentümer. 1993 ging ein Großteil der Häuser an die Deutsche Bahn, das blieb bis 2011 so. Danach wird es mysteriös, wenn nicht sogar kriminell.
Im März 2011 verkaufte die Bahn zehn Teilgebäude des gesamten Arrangements mit einer Gesamtfläche von etwa 80.000 Quadratmetern. Mitten in Berlin, verkehrstechnisch bestens erschlossen, mit kurzen Wegen zum Alexanderplatz und anderen Sehenswürdigkeiten. Doch die Bahn erwirtschaftete durch den Verkauf nicht etwa einen großen Gewinn, wie zu erwarten gewesen wäre. Sie verramschte diese Flächen für einen ganzen Euro und legte dem Käufer sogar noch eine halbe Million Euro drauf. Der Verkehrswert der im Kauf involvierten Immobilien wird von Experten auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt.
Bisher wagt sich aber niemand an die Aufklärung der Hintergründe dieses Geschäftes. Der Käufer, die Aris Immobilien GmbH, will Geld machen mit den Immobilien. Renoviert oder modernisiert hat er laut Berichten nicht viel in den vergangenen zehn Jahren. Und das, obwohl ein Bahnsprecher auf Anfrage behauptet hatte, dass ein Wertgutachten vor dem Verkauf ergeben haben soll, dass eine Investition in Millionenhöhe »nötig gewesen wäre, um die Immobilie wieder zukunftsfähig zu machen.«
Weder der Bund als größter Anteilseigner der Bahn, noch der Berliner Senat oder die Bezirksverwaltung in Lichtenberg haben sich damals an dieser zumindest fragwürdigen Transaktion gestört oder nachgehakt. Dafür stellt man sich jetzt krumm. Denn jetzt blockieren sowohl der rot-rot-grüne Senat in Berlin wie auch das links-links geführte Bezirksamt in Lichtenberg jedwede Nutzungspläne und -absichten des aktuellen Eigentümers. Und so gammelt ein millionenschweres Objekt vor sich hin - trotz akuter Wohnungsnot in Berlin.
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