Deutsche Bahn mit 760 Millionen Euro Verlust im ersten Halbjahr

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Deutsche Bahn mit 760 Millionen Euro Verlust im ersten Halbjahr
Datum: 05.08.2025 - 10:58 Uhr

Der bundeseigene Konzern verzeichnete nach Ertragssteuern einen Verlust von rund 760 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2024 lag der Fehlbetrag noch bei 1,6 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz stieg im Vergleichszeitraum auf 13,3 Milliarden Euro, ein Plus von 3,4 Prozent. Das bleibt unter den Erwartungen. Zuletzt mangelte es bei dem Verkehrsunternehmen nicht nur an der Pünktlichkeit im Betrieb, auch wirtschaftlich lief es mehr als schlecht, wie das Manager Magazin berichtet hatte. Hinzu kommt eine marode Infrastruktur, auf der für den stetig steigenden Verkehr kaum noch Platz ist.

Bahn in der Krise: Sanierungsprogramm zeigt kaum Wirkung

Die kriselnde Bahn versucht seit Längerem, mit einem umfangreichen Sanierungsprogramm wieder in die Spur zu kommen. Das Programm soll angeblich in allen drei Bereichen, Infrastruktur, Betrieb wie auch Finanzen, bis Ende 2027 Verbesserungen bringen. Dies soll unter anderem mit der umfassenden Sanierung von rund 40 hochbelasteten Strecken gelingen. Der Staatskonzern sieht sich freilich trotz roter Zahlen auf Kurs, 2025 will man operativ in die Gewinnzone fahren. Damit das klappt, muss das zweite Halbjahr allerdings deutlich besser laufen als das Vorangegangene. Ziel für das Gesamtjahr soll 27 Milliarden Euro sein. Laut Bahn wurde in der Verwaltung Personal abgebaut. Außerdem übernahm der Bund Vorleistungen für die Instandhaltung des Netzes.

Fahrgäste sind unzufrieden: Wann wird es endlich besser?

Besserung ist auch aus Sicht der Fahrgäste dringend nötig. Im Juni wurden lediglich 57,1 Prozent der Fernverkehrshalte pünktlich erreicht, also mit einer maximalen Verspätung von 5:59 Minuten. Das Ziel der Bahn ist eine Pünktlichkeitsquote von 65 bis 70 Prozent für das gesamte Jahr. Im ersten Halbjahr nutzten 943 Millionen Menschen die Bahn, 24 Millionen mehr als im gleichen Zeitraum 2024. Auch im Fernverkehr legte die Zahl zu 66,3 Millionen Reisende, rund 2,1 Millionen mehr als im Vorjahr.

Auch im Güterverkehr gibt es Probleme: Weniger Transporte, weniger Umsatz

Wenig erfreulich bleibt die Lage bei der Güter-Tochter DB Cargo. Sie transportierte zehn Prozent weniger, der Umsatz schrumpfte um neun Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Bis Ende 2026 muss DB Cargo profitabel sein, sonst droht auf Druck der EU-Kommission die Zerschlagung. Dabei spielt die Deutsche Bahn zahlreichen Medienberichten zu Folge eine zentrale Rolle im geheimen Operationsplan Deutschland. Nicht nur für die militärische Logistik, den Transport von militärischen Gütern und Soldaten an die Ostflanke, sollte der Ernstfall ausgerufen werden. Sondern auch für den Rücktransport von Verwundeten in speziellen Lazarettzügen.

Da wäre eine Zerschlagung der Bahn nur hinderlich. Deshalb ist zu erwarten, dass die DB als entscheidendes Instrument zur Erreichung der von Verteidigungsminister Pistorius postulierten »Kriegstüchtigkeit« als Unternehmen weiterhin bestehen bleiben muss.

Sven von Storch

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