Deutsche Bahn in finanziellem Dilemma
Deutsche Bahn in finanziellem Dilemma
Datum: 13.09.2019 - 10:46 Uhr
Die Deutsche Bahn AG gehört zu 100 Prozent dem Bund. Theoretisch müsste also der Bund dafür geradestehen, dass es dem Unternehmen finanziell gut geht. Praktisch aber geht die Bahn finanziell auf dem Zahnfleich. Im aktuellen Bericht des Bundesrechnungshof an den Bundestag weist die Behörde auf eine eklatante Fehlsumme von drei Milliarden Euro bis zum Ende des Jahres hin. Sollte der geplante Verkauf der ausländischen Bahntochtergesellschaft Arriva nicht den gewünschten finanziellen Ertrag bringen oder ganz scheitern, so die Rechnungsprüfer, könne die Bahn weitere Investitionen »nicht aus eigener Kraft finanzieren«, heißt es in dem Dokument.
Dabei stehen der Bahn noch jede Menge finanzielle Herausforderungen ins Haus. Die Beschaffung neuer Züge, die Digitalisierung der Schiene oder das Projekt »Stuttgart 21« sind Kraftalte, die der bundeseigene Konzern sicher »nicht durch operativ erwirtschaftete Cashflows auffangen kann«, so das Urteil.
Der Aufsichtsrat der Bahn wiegelte zunächst ab. Ihm läge kein Bericht des Bundesrechnungshofes vor, ließ man aus der Zentrale in Berlin verlauten. Man selbst werde in seiner Sitzung am 18. September ein Konzept zur Finanzierung der Wachstumsstrategie erörtern. »Kurzum, es gibt für milliardenschwere Investitionen in Züge, Infrastruktur und Personal einen klaren Fahrplan. Die finanzielle Stabilität des DB-Konzerns zeigt sich unter anderem auch in dem unverändert guten Rating am Kapitalmarkt«, hieß es seitens der Bahn.
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