Der Spiegel hat Risse
Der Spiegel hat Risse
Datum: 15.11.2016 - 07:34 Uhr
Der Niedergang des Spiegel-Verlags hält bei der Zahl der verkauften Exemplare seit Jahren unvermindert an. Laut der »Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern« (kurz: IVW, www.ivw.eu) wurden zu Beginn des Jahrtausends rund 1,1 Millionen Druckerzeugnisse an den Mann und die Frau gebracht. Doch seitdem ist diese Zahl streng rückläufig und hat im letzten Quartal 2015 gerade einmal mit Mühe und Not die 750.000er-Marke erreicht.
Als Konsequenz aus diesem Rückgang muss der einst so ruhmreiche und sowohl von seinen politischen Freunden wie auch Gegnern gefürchtete Spiegel-Verlag erstmals in seiner Geschichte betriebsbedingte Kündigungen aussprechen. Insgesamt sind vom Stellenabbau des Hamburger Verlagshauses fast 150 Stellen betroffen. 110 Mitarbeiter haben sich entschieden, »freiwillig« auszuscheiden; eine Abfindung hat ihnen die Entscheidungsfindung erleichtert. Dennoch reichte diese Zahl nicht aus, um das vorgegebene Ziel der Einsparungen zu erreichen, sodass 35 Mitarbeitern die betriebsbedingte Kündigung ausgesprochen wurde. Begründet wird diese Entscheidung mit sinkenden Umsätzen und Werbeerlösen.
Wie zahlreiche andere Mainstreammedien wird »Der Spiegel« von vielen Kritikern als Bestandteil der »Lügenpresse« wahrgenommen. Dem Nachrichtenmagazin wird tendenziöse Berichterstattung und einseitige Ausrichtung über politische Themen vorgeworfen. Mehr als nur einmal stellte sich heraus, dass im Spiegel abgedruckte oder über das Portal »Spiegel online« verbreitete Geschichten entweder schlecht recherchiert oder teilweise sogar frei erfunden waren. Erst im September musste der Verlag in einem Rechtsstreit mit Jürgen Todenhöfer klein beigeben und hat insgesamt 14 strafbewehrte Unterlassungserklärungen abgeben müssen.
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