Der _scheinheilige_ Sankt Martin

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Der _scheinheilige_ Sankt Martin
Datum: 20.02.2017 - 12:10 Uhr

Während seiner Zeit als Präsident des EU-Parlaments hat der "saubere Herr Schulz" pro Jahr Sitzungsgeld in Höhe von 110.000 Euro (netto!) per anno bezogen und dankend eingesackt. Wohlweislich ohne auch nur an einer der entsprechenden Sitzungen teilgenommen zu haben. Und das über einen Zeitraum von Zweieinhalb Jahren. Das sind summa sumarum ungefähr 270.000 Euro zu Lasten des Steuerzahlers für "nass". Respekt, Herr Schulz.

Der "Focus" führt in seiner Online-Ausgabe vom 18. Februar 2017 noch ein paar weitere Feinheiten des ehemaligen Bürgermeisters von Würselen an. Gemäß einer Meldung der "Bild" hatte Schulz nach seinem quasi Rauswurf aus dem EU-Parlament (man wollte ihn nicht länger als EU-Parlamentspräsidenten) angeblich großzügig auf das Übergangsgeld verzichtet. Faktisch hätte ihm dieses Übergangsgeld ohnehin jedoch lediglich einen Monat zugestanden. Es ist daher recht leicht, auf etwas zu verzichten, auf das man sowieso keinerlei Anspruch hat.

Aber mit Wahrheit und vor allem Transparenz steht der zwei Mal in der 11. Schulklasse gescheiterte Schulz offensichtlich auf Kriegsfuß. Er verkauft sich selber als Möchtegern-Vertreter des "kleinen Mannes", votierte aber in unschöner Regelmäßigkeit gegen eine Steuerentlastung der Bundesbürger. Zumal er, so äußert sich im Bericht des Focus ein ehemaliger Mitarbeiter, "in seiner eigenen Karriere durchaus nach Gutsherrenart gehandelt" hat und "einen richtigen Hofstaat hochgezogen und auch entsprechende Posten vermittelt" hat.

Damit davon nicht all zu viel publik gemacht wurde und um zu verhindern, dass seine schäbigen Spielchen an die Öffentlichkeit dringen, hat Schulz Verhandlungen gerne in Hinterzimmern und im stillen Kämmerlein vorgenommen. So wurde auch Steinmeier auf den Posten des Bundespräsidenten gehievt, damit der Weg für Gabriel zum Außenminister frei wird - und Schulz sich selbst für die SPD als Jesus und Moses in einer Person feiern lassen kann. Schulz teilt nicht nur das Wasser, er läuft sogar danach noch über die geteilten Wogen.

Aber selbst ein potenzieller Bündnispartner der von Schulz nach der kommenden Bundestagswahl angestrebten Rot-Rot-Grünen-Koalition findet harsche Worte der Kritik an Schulz. Sven Giegold, EU-Parlamentarier der Grünen, sagte gegenüber dem Focus, dass Schulz nie einer gewesen sei, der sich vehement für Transparenz einsetzte. Und zwar „weder bei Lobbyisten noch bei der Begrenzung des Drehtür-Effekts“, also dem Wechsel von hochrangigen EU-Beamten in die Wirtschaft. Am liebsten habe Schulz "Verhandlungen hinter verschlossenen Türen geführt."

(Anm. d. Red.: die Summe der zu Unrecht eingestrichenen Sitzungsgelder wurde korrigiert. In seinen 20 Jahren als EU-Parlamentarier hat Schulz doch hin und wieder an einer Sitzung teilgenommen.)

Sven von Storch

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