Der Nahost-Konflikt - ein paar Hintergründe
Der Nahost-Konflikt - ein paar Hintergründe
Datum: 10.10.2023 - 10:48 Uhr
Die Palästinenser erheben ihren Anspruch auf Jerusalem und das ganze Land aus der Zeit, als die Region nach dem Ersten Weltkrieg zu einem britischen Mandat wurde (1920). Zuvor war es über Jahrhunderte ein Teil des Osmanischen Reichs. Bereits im frühen 7. Jahrhundert unserer Zeitrechnung überfiel der Islam die nach dem Zusammenbruch von Byzanz frei gewordenen Regionen im heutigen Syrien, im heutigen Irak, dem heutigen Iran und auch dem heutigen Israel ein und unterwarfen die dort lebenden Stämme und Völker. Vom November 636 bis April 637 wurde das zum damals noch existierenden Oströmischen Reichs gehörende Jerusalem von einer muslimischen Armee belagert und fiel in die Hände des Kalifen Umar.
Allerdings machten sich schon in den frühen Jahren des Islam die Differenzen zwischen Sunniten und Schiiten bemerkbar, von einer geeinten Bewegung war nach dem Tode Mohammeds im Jahr 632 nichts mehr zu spüren. Im 9. Jahrhundert zerfiel das damalige arabische Reich. Ab dem 10. Jahrhundert holten sich die Christen einen Großteil der verlorenen Gebiete von den Muslimen zurück und gründeten zahlreiche Kreuzfahrerstaaten als Nachbarn zum christlichen Königreich Jerusalem (unter anderem die Grafschaft Tripolis, das Fürstentum Antiochia, die Grafschaft Edessa und Kleinarmenien). Im 15. Jahrhundert kamen dann die Osmanen und warfen alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellte; nicht nur im Nahen Osten, auch auf dem Balkan bis weit nach Mitteleuropa hinein - aber das ist eine andere Geschichte.
Die Juden lebten zu jener Zeit längst in der Diaspora, nachdem die Römer im Jahr 63 vor Christus die Region unterworfen und den im Jahr 66 nach Christus begonnen Aufstand niederwarfen und im Jahr 70 nach Christus den Tempel des Herodes nahezu komplett zerstörte.
Um also zur Frage zurückzukommen: wer hat Anrecht auf Jerusalem? Auf den vielen bebauten Ebenen in Jerusalem stehen ganz oben die muslimischen; sie sind also als letzte dazu gekommen. Darunter befinden sich die christlichen Bauten. Das Anrecht der Christen auf Jerusalem ist also älter als das der Muslime. Darunter befinden sich römische Bauten. Das alte Mehrgötter-Rom gibt es nicht mehr, dessen Rechtsfolge hat das christliche Rom übernommen. Doch darunter, als erste Beweise einer Besiedlung, finden sich jüdische Bauten. Wenn aus historischer Sicht jemand das größte, das älteste Anrecht, auf Jerusalem hat, dann sind das die Juden.
Aber: manchmal schreibt die Geschichte die Fakten selbst. Die Fakten sind, dass seit 1948 ein Staat Israel im »gelobten Land« besteht. Dieser hat ein uneingeschränktes Existenzrecht. Und er hat das Recht, seine Existenz und die in seinen Grenzen lebenden Menschen mit allen notwendigen Mitteln zu verteidigen. Wer das Existenzrecht Israels nicht anerkennen kann (oder will), sollte noch einmal zum Geschichtsunterricht in die Schule gehen. Und wer als angeblich »demokratischer« Politiker die Terroristen finanziell unterstützt, die Israel von der Landkarte ausradieren wollen, hat seine Aufgabe und Verantwortung nicht verstanden. Der sollte sich schleunigst ein anderes Betätigungsfeld suchen.
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