Der Friedensnobelpreis 2019 geht an Abiy Ahmed
Der Friedensnobelpreis 2019 geht an Abiy Ahmed
Datum: 11.10.2019 - 11:22 Uhr
Abiy Ahmed Ali ist seit dem 02. April 2018 Ministerpräsident in Äthiopien. Der 43-Jährige ist Vorsitzender der Regierungskoalition aus der Revolutionären Demokratischen Front der Äthiopischen Völker (EPDRF) respektive der Demokratischen Organisation des Oromovolkes (OPDO). Eine Besonderheit Alis: er ist der erste multireligiöse Ministerpräsident des streng muslimischen Äthiopiens. So gilt Abiy wechselweise als Muslim, als Christ, als Protestant und als Anhänger der Pfingstbewegung. Darüber hinaus ist er auch der erste Oromo auf dieser Position.
Schon lange bevor Abiy Ministerpräsident wurde, setzte er sich für die Aussöhung der vielen Stämme in seinem Heimatland ein. Skeptiker und Zweifler sahen seine Tätigkeit für die INSA, einer Behörde für die Überwachung der Telekommunikation des Landes, zwar zunächst als Hemmnis, wurden aber aufgrund des von Abiy unmittelbar nach seiner Wahl eingeleiteten Reformkurs schnell eines Besseren belehrt.
Abiy schrumpfte die Zahl der kostenintensiven Ministerien von 28 auf 8 ein und reduzierte so die Staatsausgaben um einen beachtlichen Teil. Die Hälfte der neuen Ressorts besetzte er mit Frauen; in einem muslimischen Staat bis dahin einmaliger Schritt. Besonders bemerkenswert: das Verteidigungsministerium, das Handelsministerium und das für die Polizei und den Geheimdienst zuständige Friedensministerium werden von Frauen geleitet.
Im Oktober 2018 konnte Abiy einen Militärputsch vereiteln. Daraufhin entließ er zahlreiche Funktionäre des Militärs und führte auch hier umfangreiche Reformen durch. Außenpolitisch setzte er ein Zeichen, als er den lang andauernden Krieg mit Eritrea mit einem Friedensschluss beendete. In Äthiopien ist Abiy sehr beliebt, Beobachter sprechen sogar von einer Art »Abiymania«, die die Menschen im Land ergriffen habe.
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