Der Frauentag (08. März) ist in Berlin Feiertag
Der Frauentag (08. März) ist in Berlin Feiertag
Datum: 07.03.2019 - 15:50 Uhr
Der 08. März hat keinen historischen Bezug in Deutschland. Er stellt auch kein Datum in irgend einem religiösen Bezug dar. Dennoch hat der rot-rot-grüne Senat diesen Tag zum Feiertag gekürt. Daher lohnt es sich, ein wenig genauer auf dieses Datum, den »Internationalen Frauentag« zu schauen.
Der 08. März ist weltweit in 26 Staaten ganztägig Feiertag. In der Volksrepublik China ist er nur nachmittags und dann auch nur für Frauen arbeitsfrei. Bei einem Blick auf diese Staaten fällt auf, dass diese größtenteils Teilrepubliken der untergegangenen kommunistischen Sowjetunion waren (zum Beispiel Armenien, Aserbaidschan, Russland und weitere) oder heute noch diese Ideologie vertreten (zum Beispiel Angola, Kuba oder die Mongolei).
Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts machten die Frauen gegen die Ungleichbehandlung mobil. Frauenrechtlerinnen gingen auf die Straße und forderten das Wahlrecht sowie mehr Teilhabe am Berufsleben. In vielen Staaten wurde von diesen Gruppen ein Frauentag initiiert, jedoch an ganz unterschiedlichen Daten und ohne offiziellen Charakter. In Deutschland war es erstmalig der 19. März 1911, ein Tag nach dem Gedenktag zu Ehren der Gefallenen der Märzrevolution 1848. Ein Feiertag allerdings war der Frauentag nicht.
Das Datum dieses Frauentags sprang noch etliche Male im Kalender in beide Richtungen. Ein Jahr war es der 05. November, im Jahr darauf der 19. Januar. Nach der Abspaltung der USPD von der SPD im Jahr 1918 gab es sogar zwei Frauentage; jede Partei nahm einen eigenen Tag für sich in Anspruch.
Auf den 08. März als internationalen Frauentag kam man dann angeblich auf der Zweiten Internationalen Konferenz kommunistischer Frauen 1921 in Moskau. Doch ob es tatsächlich am 08. März 1857 einen Aufstand von Textilarbeiterinnen in New York gegeben hat, auf den man sich berief, bleibt wohl eher ein Mythos. Aufzeichnungen über ein solches Vorkommnis jedenfalls gibt es nicht.
Der 08. März ist also eine kommunistische Erfindung. Eine Erfindung von Leuten wie Wladimir Iljitsch Uljanow, besser bekannt als Lenin, und seinen Mitstreitern, die mit ihrer mörderischen Ideologie das Land überzogen. Diese Ideologie bedurfte gelegentlich eines menschlichen Antlitzes, um die tödliche Fratze ein wenig zu kaschieren. So wurde also der Internationale Frauentag als Symbol für die Gleichberechtigung der Geschlechter konstruiert.
Aber: selbst im SED-Staat war der 08. März KEIN Feiertag. Er war ein Gedenktag; mehr nicht.
Doch der rot-rot-grüne Senat in Berlin setzte ein Zeichen. Ein Zeichen seiner Nähe zur kommunistischen Ideologie und gegen den Willen der Berliner. Denn die hatten sich in Umfragen in den Medien für andere Daten ausgesprochen. Auf Platz Eins stand der 17. Juni als Erinnerung an den Volksaufstand der Bauarbeiter in der "Ostzone" im Jahr 1953. Auf Rang Zwei kam der 13. August als Gedenktag mit Feiertagscharakter zur Erinnerung an den Beginn der Schaffung der tödlichen Befestigung durch das SED-Regime entlang der Demarkationslinie in Berlin. An beiden Tagen hätte die SED aber schlecht ausgesehen. Und da sie auch heute noch im Senat maßgeblich - unter neuem Namen - mitbestimmt, fielen diese Tage durchs politische Raster.
So wurde der 08. März zum Feiertag in Berlin. So wie in Angola. In Kambodscha. In Usbekistan. Und beim »Großmeister aller Demokraten« - bei Kim Jong-Un in Nordkorea.
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