China friert Handel mit Nordkorea ein
China friert Handel mit Nordkorea ein
Datum: 15.08.2017 - 08:16 Uhr
Die Ausgaben Nordkoreas für sein Militär und der Forschung und Weiterentwicklung der Atomtechnologie sind horrend. Mehr als ein Viertel des gesamten Staatshaushaltes geht Schätzungen zu folge direkt oder indirekt in das Militär. Etwa 1,5 Millionen Menschen stehen als aktive Soldaten im Dienst der Koreanischen Volksarmee, darüber hinaus verzeichnet die Armee weitere knapp 5 Millionen Reservisten. Am meisten Geld aber hat das Regime in das Nuklearprogramm gesteckt und trotz der verhängten UN-Sanktionen bis zu einem erfolgreichen Ende gebracht.
Dabei konnte sich Nordkorea bisher vor allem darauf verlassen, dass sich der wichtigste Partner des Landes (und zudem einzige Verbündete), die Volksrepublik China, nicht an die Sanktionen gebunden fühlte. Der für die Forschung notwendige Handelsüberschuss aus Warenexporten wurde in erster Linie durch Geschäfte mit China generiert. Auch ein Großteil der militärischen Ausrüstung und der Hauptwaffensysteme Nordkoreas stammt aus der Volksrepublik China, ist aber technisch auf dem Stand der 1970er-Jahre.
Nordkorea braucht die Einnahmen, um seine riesige Armee bezahlen zu können. Denn auch wenn die Armeeangehörigen zeitgleich weitere Berufe ausüben, ist das riesige Heer ein einziger Kostenfaktor. Im Außenhandel generierte Nordkorea in den letzten Jahren durch Warenverkäufe bis zu drei Milliarden Euro pro Jahr. Dieser Handel fand quasi ausschließlich mit dem nördlichen Nachbarn China statt und bestand in erster Linie aus Rohstoffen und Fisch. Genau diesen Handel fährt Peking jetzt auf Null. Das heißt, dass die Einnahmen wegfallen, der Haushalt Nordkoreas in Schräglage gerät und weder das Geld für die Aufrechterhaltung der Armee da ist noch für weitere Forschungsaktivitäten in das Nuklearprogramm oder für den Import wichtiger Güter.
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