China bläst auf dem Ölmarkt zum nächsten Angriff gegen den US-Dollar als Leitwährung

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China bläst auf dem Ölmarkt zum nächsten Angriff gegen den US-Dollar als Leitwährung
Datum: 27.03.2018 - 09:11 Uhr

Es scheint, als dass es kein Wirtschaftsfeld mehr gibt, das die Volksrepublik China nicht bespielen will. Am Wochenbeginn sind die Festlandchinesen nach jahrzehntelangem Verharren in das Warentermingeschäft beim Rohöl eingestiegen. Um dem US-Dollar als Leitwährung in diesem Geschäft den Rang streitig zu machen, wird dieser Handel an der Börse in Shanghai in der Landeswährung Yuan (Renminbi) abgewickelt. Mehr noch: diese Warentermingeschäfte in Yuan stehen auch Ausländer offen.

Zum Handelsstart wurde ein Barrel Öl (etwa 159 Liter) mit Liefertermin im September mit rund 428 Yuan (etwa 55 Euro) gehandelt. Rund 18.000 solcher Transaktionen erfolgten am ersten Tag. Die derzeit größten Börsen für diese Warentermingeschäfte sind derzeit noch die Rohstoffbörsen in Großbritannien und den USA. Mit der Eröffnung dieser neuen Rohstoffbörse in Shanghai und dem Handel in der Landeswährung greift die chinesische Volkswirtschaft einen weiteren elementaren Baustein der US-Volkswirtschaft an.

1993 hatten China bereits einen ersten Versuch unternommen, sich auf diesem Markt zu etablieren, scheiterte aber an schlechter Vorbereitung und ungenauer Planung. Dieses Mal ließ man sich Zeit, plante exakt und schuf ideale Bedingungen, um in das von zwei Terminkontrakten dominierte Geschäft einzudringen. Derzeit bezieht sich der Ölhandel entweder auf das Nordessöl Brent oder das US-Öl WTI. Die Besonderheit: selbst in Großbritannien wird dieser Handel in US-Dollar abgewickelt. Dieses Oligopol wollen die Chinesen, seit letztem Jahr größter Ölimportuer, mit dieser Offensive sprengen.

Sven von Storch

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