BVV Berlin-Mitte beschließt einen George-Floyd-Sportplatz
BVV Berlin-Mitte beschließt einen George-Floyd-Sportplatz
Datum: 27.04.2021 - 12:34 Uhr
George Floyd kam am 25. Mai 2020 bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota ums Leben. Der Polizist Derek Chauvin wurde vor einigen Tagen von einem Gericht eines »Mordes der zweiten Kategorie« für schuldig befunden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Chauvin durch das dauerhafte Niederdrücken von George Floyd verantwortlich für dessen Tod sei. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, weil zahlreiche Juristen und Kriminalexperten Zweifel sowohl an dem geschilderten Tathergang wie auch an der Unabhängigkeit des Urteils haben.
Davon unbeeindruckt hat die Bezirskverordnetenversammlung (BVV) von Berlin-Mitte laut Medienberichten am vergangenen Donnerstag auf Antrag der Fraktion der Linken beschlossen, dass einer der Nebenplätze des Poststadions in Moabit ab September den Namen »George-Floyd-Sportplatz« tragen soll. Für eine solche Ehrung bedarf es selbstverständlich auch einiger Verdienste des zu Ehrenden. Nur finden sich diese bei George Floyd nicht. Weder hat er sich in der Bürgerrechtsbewegung engagiert noch fiel er durch andere ehrenamtliche Tätigkeiten zum Wohle der Allgemeinheit auf.
Seine »Meriten« lesen sich ganz anders. 1998 saß er zehn Monate wegen bewaffneten Raubs im Knast. 2002 folgten acht Monate Gefängnis wegen Drogenbesitz, die gleichen Delikte brachten ihm 2004 und 2005 jeweils einen Gefängnisaufenthalt von zehn Monaten ein. 2007 erreichte Floyd dann den Höhepunkt seiner unrühmlichen kriminellen Karriere: nach einem bewaffneten Raubüberfall auf die schwangere Aracely Henriquez, die allein mit ihren Kindern daheim war, wurde er zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.
Die BVV Berlin-Mitte will also einen Mann ehren, der nicht etwa wegen seines Glaubens, seiner politischen Überzeugung oder wegen Aufbegehrens gegen soziale Ungerechtigkeiten von der Justiz belangt wurde. Sie will einen Mann ehren, der schwere Kapitalverbrechen begangen hat.
Ein anderer Nebenplatz soll nach der am 19. Dezember 2016 am Berliner Breitscheidplatz von Anis Amrim ermordeten israelischen Touristin Dalia Elyakim benannt werden. Ebenso soll einer der Nebenplätze nach der von einem ihrer Brüder erschossenen Kurdin Hatun Sürücü benannt werden; sie wurde Opfer eines sogenannten »Ehrenmordes«, Indiz einer rückständigen sozio-kulturellen Ausrichtung.
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