Bundeswehr auf dem Weg zur Kinderarmee_

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Bundeswehr auf dem Weg zur Kinderarmee_
Datum: 10.11.2016 - 09:00 Uhr

Vor fünf Jahren hat Deutschland die Wehrpflicht ausgesetzt. Seitdem versucht die Armee auf verschiedenen Wegen, sich selbst in einem positiven Licht darzustellen, um junge Menschen rekrutieren zu können. Die Zahl der minderjährigen Rekruten nimmt dabei von Jahr zu Jahr zu und hat mit beim Dienstantritt 1.576 minderjährigen Soldaten im Vorjahr ein neues Rekordhoch erzielt. Das geht aus einem Bericht der »Welt« hervor.

Mit auf der Internetplattform Youtube veröffentlichten Werbefilmchen, an Haltestellen des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs platzierten Großplakaten und in Printmedien platzierten Werbeanzeigen stellt sich die Bundeswehr als ein vielschichtiger, interessanter Arbeitgeber dar, der sowohl für den Dienst an der Waffe wie auch im zivilen Sektor eine berufliche Perspektive anbieten kann. Die Werbeerzeugnisse sind ganz klar auf den Personenkreis unterhalb der Altersgruppe der 20-Jährigen ausgerichtet.

Insbesondere bei den 17-Jährigen scheint diese Werbung von Jahr zu Jahr erfolgreicher zu wirken. Als 2011 die Wehrpflicht ausgesetzt wurde, waren 689 Rekruten beim Dienstantritt noch nicht volljährig. Der Anstieg auf die aktuelle Zahl entspricht einem Anstieg von 228 Prozent in vier Jahren. Legal ist die Rekrutierung von 17-Jährigen; das steht außer Zweifel. Allerdings hatte sich der Bundestag zum »Straight-18-Ziel«. Inhalt dieser Forderung ist, das Mindestalter für Soldaten weltweit auf 18 Jahre festzulegen.

Sich selbst jedoch gönnt die Bundeswehr, in Übereinstimmung mit der Merkel-Regierung, eine Ausnahme. Sie hatte extra diese Regelung im Fakultativprotokoll zum »Übereinkommen über die Rechte des Kindes betreffend die Beteiligung von Kindern an bewaffneten Konflikten« aufgenommen, um Jugendliche bereits ab dem vollendeten 17. Lebensjahr freiwillig rekrutieren zu können. Die Empfehlung des UN-Ausschusses aus dem Jahr 2014, das Mindestalter für die Rekrutierung auf 18 Jahre festzulegen, haben Merkel&Co ignoriert.

Sven von Storch

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