Bundespolizei ermittelt gegen sogenannte Seenotretter
Bundespolizei ermittelt gegen sogenannte Seenotretter
Datum: 27.06.2017 - 10:51 Uhr
Die Vorwürfe gegen die diversen »Seenotrettungshelfer«, die Migranten aus diversen Herkunftsländern in Nord- und Zentralafrika sowie aus einigen asiatischen Ländern unmittelbar an der libyschen Küste aufnehmen, in italienische Häfen befördern und sich somit am Einschleusen von Ausländern beteiligten, ist nicht neu. Schon seit Monaten wurde und wird gefordert, dass dieses Vorgehen genauer untersucht wird. Neu ist, dass erstmalig eine entsprechende Strafanzeige gegen die Verantwortungsträger eines solchen »Rettungsvereins« verfolgt wird und Ermittlungen eingeleitet wurden.
Bei der Staatsanwaltschaft in Dresden, so berichtet der »Tagesspiegel«, sei Strafanzeige gegen zwei namentlich Beschuldigte des Vereins »Mission Lifeline« wegen des Versuchs des Einschleusens von Ausländern gestellt worden. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden, Lorenz Haase, sagte, sei die Behörde nun gezwungen, der Anzeige zu folgen und Ermittlungen zur Aufklärung des Sachverhaltes einzuleiten. Der Vereinsvorsitzende und sein Stellvertreter haben zu diesem Zweck Vorladungen erhalten und haben sich gegenüber der Bundespolizei zu den Vorwürfen zu äußern.
Unabhängige Kommissionen, Experten sowie die libysche Küstenwache haben in der jüngeren Vergangenheit ihre Vorwürfe gegen die diversen in der unmittelbaren Nähe zur libyschen Küste agierenden »Helfer« erneuert. Diese würden quasi Hand in Hand mit den kriminellen Schlepperbanden zusammen arbeiten. Laut Berichten aus Italien sollen Migranten sogar im Besitz der Kontaktdaten der sogenannten »Retter« sein und diese kurz nach Beginn der Überfahrt kontaktiert haben, um sich dann aus Seenot retten lassen zu können und sicher nach Italien zu gelangen.
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