Bulgarien kauft ab Oktober Gas bei Gazprom
Bulgarien kauft ab Oktober Gas bei Gazprom
Datum: 24.08.2022 - 10:17 Uhr
In Bulgarien wird das Gas langsam aber sicher knapp. Der im vergangenen Juni geschasste ehemalige Ministerpräsident Kiril Petkow, ein sehr stark westlich orientierter pro-EU-Politiker, hatte mit den USA die Lieferung von extrem teuren Flüssiggas (sieben Schiffe mit LNG) vereinbart. Die jetzige Übergangsregierung unter Hristo Aleksiew hat diese Vereinbarung aufgehoben. Die bereits auf dem Weg nach Bulgarien befindliche Schiffslandung nehme man ab, doch damit hat es sich. Das Flüssiggas aus den USA sei für bulgarische Verhältnisse viel zu teuer. Zudem sei der Lieferweg zu lang und die entsprechende Infrastruktur zur Lagerung von Flüssiggas sei im Land nicht vorhanden.
Ganz anders verhalte es sich mit dem russischen Erdgas. Die Leitungen liegen, die Speicher sind vorhanden und der Preis ist für die Bulgaren bezahlbar, sagte Aleksiew nach einer Tagung des Energie-Krisenstabs am vergangenen Montag. Energieminister Rossen Hristow sagte nach der Tagung, dass »wir Verhandlungen mit Gazprom führen müssen.«
Der Gasbedarf des Landes sei für September noch voll abgedeckt, so Aleksiew. Aber bereits für den Oktober bestehen erhebliche Lücken. Bulgarien hatte unter dem pro-westlicchen Petkow im vergangenen April die Zahlung der russischen Gaslieferungen in Rubel abgelehnt, woraufhin die Lieferungen eingestellt wurden. Anders als viele westeuropäische Länder aber könne sich das finanzschwache Bulgarien eine solche moralische Abgehobenheit nicht erlauben und werde deshalb das günstige russische Gas kaufen.
Die russische Botschafterin in Bulgarien, Eleonora Mitrofanowa, hatte bereits am vergangenen Sonntag erklärt, dass es »bei einem politischem Willen seitens Bulgarien keine Probleme« hinsichtlich einer Wiederaufnahme der Gaslieferungen geben werde.
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