Bürgermeister von Kamp-Lintfort verkündet medial Waffenscheinbeantragung
Bürgermeister von Kamp-Lintfort verkündet medial Waffenscheinbeantragung
Datum: 13.01.2020 - 10:22 Uhr
Der aktuelle Bürgermeister von Kamp-Lintfort heißt Christoph Landscheidt und gehört der SPD an. Überregional aufgefallen ist Herr Landscheidt bisher nur dadurch, dass er im Wahlkampf zum Europäischen Parlament Wahlplakate einer anderen Partei in eigener Regie abreißen ließ. Die Staatsanwaltschaften in Duisburg und Dortmund hatten zuvor den von Landscheidt ins Feld geführten Vorwurf der angeblichen Volksverhetzung negiert. Die gegen Israel gerichteten Plakate seien zwar geschmacklos, rechtlich aber nicht zu beanstanden, so unisono beide Staatsanwaltschaften.
Landscheidts Solo brachte ihm jede Menge negative Zuschriften ein. Wie viele Kommunalpolitiker, auch aus anderen Parteien, wurde er bedroht. Deshalb habe er zunächst bei der örtlichen Behörde den großen Waffenschein beantragt. Dieser erlaubt das Mitführen einer scharfen Waffe. Doch die örtliche Instanz negierte das Ansinnen Landscheidts und lehnte die Erstellung des beantragen Waffenscheins ab.
Aktuell macht Landscheidt diese aus seiner Sicht ungerechte Entscheidung medial publik und klagt vor dem Düsseldorfer Verwaltungsgericht gegen den negativen Bescheid. Ihm stehe der große Waffenschein zu, wie er für Hoheitsträger im Gesetz vorgesehen sei. Er will seine Familie und sich selbst so schützen, so Landscheidt. Die Polizei sei in der Vergangenheit in Gefährdungssituationen nicht rechtzeitig vor Ort gewesen, so seine Begründung.
Ausgerechnet ein Bürgermeister der SPD, der Partei, die maßgeblich für das Kaputtsparen der Polizei verantwortlich ist, kritisiert jetzt die aktuelle Misere bei der Polizei und will für sich daraus Kapital schlagen. Damit aber auch jeder weiß, dass er sich ungerecht behandelt fühlt, macht der Herr Landscheidt den Vorgang medial publik.
Ob das Verwaltugnsgericht Düsseldorf seiner Klage stattgeben wird, ist fraglich. Denn derzeit laufen gegen Landscheidt wegen der unautorisierten Zerstörung der Wahlplakate Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung und Wahlfälschung.
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment