Brics-Staaten wollen eigenen zentralen Markt für Handel mit Edelmetallen schaffen
Brics-Staaten wollen eigenen zentralen Markt für Handel mit Edelmetallen schaffen
Datum: 30.10.2024 - 10:54 Uhr
Es wird erwartet, dass der geplante Schritt die etablierten internationalen Preismechanismen für Gold, Silber, Platin und andere Edelmetalle durcheinander bringt. Die Nachricht kommt kurz nachdem die Staats- und Regierungschefs der Brics-Staaten am Mittwoch eine Erklärung zum verstärkten Austausch von Edelmetallen zwischen den Mitgliedsländern auf der Grundlage gemeinsamer Produktqualitätsstandards verabschiedet haben.
»Die Schaffung eines Metallhandelsmechanismus innerhalb der Brics-Staaten wird zu einem fairen und gleichberechtigten Wettbewerb auf der Grundlage von Börsenprinzipien führen«, hieß es in einer Pressemitteilung des russischen Nachrichtendienstes Oreanda. »Der Mechanismus werde die Schaffung von Instrumenten zur Preisgestaltung von Metallen, Standards für die Produktion und den Handel mit Barren, die Akkreditierung von Marktteilnehmern, Clearing und Prüfung innerhalb der BRICS-Staaten umfassen«, erklärte der russische Finanzminister Anton Siluanov.
Die teilnehmenden Länder erhalten eine zuverlässige und stabile Möglichkeit, den Handel im Rahmen der Zusammenarbeit abzuwickeln. Das Finanzministerium fügte hinzu, dass es erwarte, dass der Brics-Markt »ein wichtiger Akteur bei der Preisgestaltung von Edelmetallen werde«.
Andy Schectman, CEO und Eigentümer von Miles Franklin Precious Metals, sagte Kitco News in einem Interview, dass der Brics-Gipfel einen globalen Finanzwandel beschleunigen könnte, der dazu führen könnte, dass Gold wieder zur wichtigsten Währung der Welt wird. Laut Schectman könnte eine solche neue Vereinbarung dazu führen, dass der Wert von Gold steigt. Schectmans Berechnung basiert auf Berichten, dass die Brics-Staaten die Einführung eines neuen globalen Währungssystems planen, das den Arbeitsnamen »Unity« trägt. Einem Faktenblatt zufolge wäre der Preis einer »Einheit« zu 40 Prozent an den Wert von Gold und zu 60 Prozent an einen Korb nationaler Währungen der Brics-Staaten gekoppelt. Die Währung ist als »unpolitische Währung« konzipiert, da die BRICS-Staaten Bedenken haben, dass die USA die Stellung des US-Dollars als Weltwährung für politische Zwecke nutzen könnten.
»Nennen wir es eine Beschleunigung dieses De-Dollarisierungsprozesses und einen Übergang zu einem neuen System«, sagt Schectman zu Kitco und fügt hinzu: »Wenn wir nicht zuerst handeln, ist das wahrscheinlichste Ergebnis, dass jemand anderes den Anreiz zum Besitz von US-Dollar oder Staatsanleihen beseitigt.« Die Brics-Staaten haben zusammen mit anderen Zentralbanken weltweit in den letzten Jahren Rekordbestände an Gold aufgekauft.
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