Bombardierung Dresdens jährt sich zum 74. Mal
Bombardierung Dresdens jährt sich zum 74. Mal
Datum: 14.02.2019 - 13:08 Uhr
Die Elbmotroploe Dresden blieb bis zum Frühjahr 1945 von Bombenangriffen weitgehend verschont. Ihre Lage im äußersten Südosten war historischen Aufzechnungen zufolge sowohl den amerikanischen wie auch den britischen Luftstreitkräften viel zu riskant. In Dresden lebten bei Ausbruch des Krieges offiziell knapp 630.000 Menschen. Im Februar 1945 aber hatte sich die Zahl der sich in der Stadt befindlichen Menschen durch die vor der Roten Armee fliehenden Flüchtlingsströme deutlich erhöht. Die Innenstadt bestand hauptsächlich aus Bauten der Reniassance, des Barock und der Gründerzeit.
Im weiteren Umfeld der Stadt gab es diverse Industriebetriebe, die auch mit der Erstellung von Kriegsgütern beauftragt waren. Chemische und optische Industrie wie auch Stahlbau und Funktechnik wurde in und um Dresden produziert. Das reichte dem britischen Bomberkommando aus, Dresden als Ziel in nähere Betrachtung zu ziehen. Bei der Konferenz von Jalta Anfang Februar 1945 drängte der sowjetische Generaloberst Antonow auf eine Bombardierung des Verkehrsknotenpunktes Dresden, um weitere Truppenverlgung deutscher Einheiten an die Ostfront zu verhindern. Arthur Harris (»Bomber-Harris«) kam diesem Ansinnen nach und entsendete ab dem 13. Februar 1945 etliche tausend schwere Bomber nach Dresden.
Die erste Angriffswelle am Abend des 13. Februar 1945 hatte die Altstadt als primäres Ziel. In dieser Nacht wurden durch groß angelegte Flächenbombardements drei Viertel der Altstadt in Brand gesetzt. Die darauf folgende zweite Angriffswelle ab etwa 01.30 Uhr in den Morgenstunden des 14. Februar 1945 brachte noch mehr Tod und Verderben über die Menschen in Dresden. In nicht einmal einer halben Stunde wurden über 650.000 Stabbrandbomben abgeworfen, die in den Straßen der Stadt für ein flammendes Inferno sorgten.
Am 14. Februar 1945 erfolgte noch ein weiterer Tagesangriff, bei dem knapp 2.000 Sprengbomben und noch einmal fast 140.000 Stabbrandbomben abgeworfen wurden. Teile Dresdens brannten noch vier Tage nach diesen Bombenabwürfen. Ein Drittel aller Wohnungen im Stadtgebiet wurden vollständig zerstört, ein weiteres Drittel leicht und zehn Prozent schwer beschädigt. Die Straßen waren nahezu vollständig zerbombt, die Infrastruktur quasi vernichtet.
Nur die Bahnschienen, die ja das eigentliche Ziel der Angriffe gewesen sein sollten, blieben weitestgehend intakt. Schon wenige Tage nach diesen verheerenden Angriffen konnten wieder Truppentransporte via Dresden Richtung Ostfront aufgenommen werden.
Anders als in Deutschland, wo es Leute gibt, die diese Angriffe gutheißen und Arthur Harris hochleben lassen, zeigt man sich in Großbritannien wenig begeistert über ihn. Dort hat er den Beinamen »The Butcher« (der Schlächter). Ein ihm 1992 errichtetes Denkmal in London wurde mehrfach mit roter Farbe überschüttet und beschädigt.
Die Zahl der Opfer variiert stark. Offizielle Sprachregelung sind 25.000 Tote; unterschiedliche Quellen geben deutlich höhere Zahlen an - bis zu 500.000 Opfer soll es gegeben haben. Die genaue Opferzahl wird wohl niemals ermittelt werden können.
Was bleibt ist, dass dieses Bombardement bereits damals auf Seiten der Westalliierten höchst umstritten war und es bis heute geblieben ist. Historiker sind sich einig, dass die Bombardierung Dresdens weder das Kriegsende beschleunigt hat noch sonst einen Einfluss auf den Krieg gehabt hat. Diese Angriffe waren »militärstrategisch sinnlos« (Philosoph A. C. Grayling) respektive »ein illegitimes Terrorbombardement« (Thomas A. Cavanaugh).
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