Blutiger Machtkampf auf den Malediven - um Politik und Geld

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Blutiger Machtkampf auf den Malediven - um Politik und Geld
Datum: 06.02.2018 - 10:35 Uhr

Türkisfarbenes Meer, weiße Sandstrände, sich leicht im Wind wiegende Palmen, kleine Rundhütten auf verstreuten Inseln - das sind die Bilder, die die meisten Menschen mit den Malediven verbinden. Doch aktuell gehen ganz andere Bilder durch die Welt. Schwer bewaffnete Polizisten, die in der Hauptstadt Malé patrouillieren und sowohl Oppositionelle wie auch Journalisten und Kritiker an der Staatsführung des Staatschefs Abdullah Yameen verhaften und verprügeln. Es ist ein offener Machtkampf zwischen dem Staatschef und dem Obersten Gerichtshof entbrannt, in dessen Verlauf aktuell der frühere Präsidenten des Gerichtshofes, Abdulla Saeed, ein weiterer Richter und der höchste Verwaltungsbeamte des Gerichts festgenommen wurden.

Am Tag zuvor war der ehemalige Präsident Maumoon Abdul Gayoom festgenommen worden. Er, Halbbruder des gegenwärtigen Staatschefs, hatte sich auf die Seite der Opposition gestellt und zum Sturz seines Bruders aufgerufen. Anstoß der Unruhen ist die Weigerung Yameens, den Entscheidungen des Obersten Gerichtshofes Folge zu leisten. Die Malediven sind eine Präsidialrepublik mit umfassenden Rechten des Präsidenten. Eine echte Gewaltenteilung gibt es in der islamisch geprägten Republik nicht. Doch durch die Verflechtungen der einzelnen Protagonisten in diverse Interessensgruppen steht mehr auf dem Spiel als nur ein Machtpoker um die Politik: Yameen wird vom Urlaubsanlagenbesitzer und Business-Tycoon Gasim Ibrahim unterstützt und gefördert, sein Halbbruder Gayoom ist hingegen selbst Besitzer von zahlreichen Urlaubsresorts. Es geht um nichts anderes als Geld!

Sven von Storch

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