Binding-Brauerei macht in Sachsenhausen nach 150 Jahren den Hahn zu
Binding-Brauerei macht in Sachsenhausen nach 150 Jahren den Hahn zu
Datum: 20.09.2023 - 12:08 Uhr
Sachsenhausen, ein Stadtteil von Frankfurt am Main, war nicht nur für seinen »Äppelwoi« oder seinen »Handkäs mit Musik« bekannt, sondern auch für seine beiden Brauereien: Henninger und Binding. Beides Biermarken mit großer Tradition. Während Henninger nach der Übernahme durch den Reemtsma-Clan in den 1980er-Jahren bereits in Schieflage geraten war und 1996 von dem umtriebigen Dietmar Hopp, dem unter anderem der Fußballverein TSG Hoffenheim mehr oder weniger gehört, aufgekauft. Er entschied, den Henninger-Standort in Sachsenhausen aufzugeben und die Markenrechte an die Binding-Brauerei zu verkaufen (2001).
Doch auch für die Binding-Brauerei waren die guten Zeiten schon lange vorbei. Seit 2002 firmierte Binding als Radeberger-Gruppe, gehörte zu dieser Zeit aber schon seit über 50 Jahren zum Oetker-Konzern. Jetzt, nach über 150 Jahren am Standort Sachsenhausen, ist für Binding dort das letzte Bier gebraut worden. Laut Unternehmensleitung haben die »wohl dramatischsten Kostensteigerungen seit Ende des Zweiten Weltkriegs« den Ausschlag gegeben, den Standort aufzugeben.
Die noch verwendbare Technik und Ausrüstungsgegenstände soll an andere Standorte verlagert werden, für die zuletzt nur noch 150 Mitarbeiter der Brauerei sollen »sozialverträgliche« Lösungen gefunden werden, heißt es in den entsprechenden Medienberichten.
Die fatale Wirtschaftspolitik der Berliner Ampel hat einem weiteren deutschen Traditionsstandort die Lichter ausgeblasen. Zwar wird das Binding-Bier nicht ganz aus den Regalen verschwinden, das Bier mit dem Frankfurter Adler im Wappen wird demnächst in Nürnberg oder Berlin gebraut.
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