Betroffene Juden geben an, dass 81 Prozent der Angriffe gegen sie von Muslimen ausgehen
Betroffene Juden geben an, dass 81 Prozent der Angriffe gegen sie von Muslimen ausgehen
Datum: 09.05.2019 - 11:37 Uhr
Antisemitische und judenfeindliche Straftaten werden bis zur eindeutigen Täterfeststellung in der polizeilichen Kriminalstatistik per se den Taten mit rechtsextremem Hintergrund zugeordnet. Das sei aber falsch, schreibt die Jüdische Allgemeine in ihrer aktuellen Ausgabe. 81 Prozent der von körperlichen Angriffen betroffenen Juden geben an, dass sie von Muslimen attackiert wurden. Auch die Mehrzahl der Beleidigungen und Diffamierungen geht auf das Konto der Muslime, gaben 62 Prozent der Betroffenen an. Dennoch werden unter anderem »Sieg Heil«-Rufe aus den Reihen der Teilnehmer an den Al-Quds-Demonstrationen immer wieder als rechtsextreme Straftaten gezählt und erfasst.
Experten äußern immer stärker ihre Zweifel hinsichtlich der Klassifizierung von Taten als »rechtsextremistisch motiviert«. »Juden raus«-Schmierereien werden in Statistiken ebenfalls generell als rechtsextrem ausgewiesen, doch längst ist diese Parole in islamistischen Kreisen äußerst populär geworden. Durch diese falsche Klassifizierung entsteht »möglicherweise ein nach rechts verzerrtes Bild über die Tatmotivation und den Täterkreis«, heißt es dazu in einem veröffentlichten Bericht des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus.
Benjamin Steinitz, Leiter der Recherche‐ und Informationsstelle Antisemitismus in Berlin, stößt in dasselbe Horn: »Es gibt eine Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung der Betroffenen von antisemitischen Angriffen, Beleidigungen und Beschimpfungen und den polizeilichen Statistiken.«
Selbst von Linksextremisten, Antifa und Autonomen angebrachte Hakenkreuz-Schmierereien auf Wahlplakaten, wie sie gegenwärtig wieder verstärkt auftauchen, werden von den Statisktikern als Taten mit rechtsextremem Hintergrund erfasst.
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