Berliner Sprach-Polizei will Landespolizisten auf Linie bringen
Berliner Sprach-Polizei will Landespolizisten auf Linie bringen
Datum: 21.12.2022 - 08:50 Uhr
Die Berliner Sprachpolizei schlägt erneut zu und will die Landespolizisten dazu nötigen - ähnlich wie die Medien - verschleiernde, vertuschende und/oder verniedlichende Begriffe für bestimmte Gruppen zu verwenden. So sollen Asylanten nicht mehr Asylanten heißen; stattdessen sollen Begriffe wie Asylsuchende, asylsuchende Menschen oder Schutzsuchende Verwendung finden. Flüchtlinge gibt es nach Willen der Sprach-Gestapo auch nicht mehr; das sind dann geflüchtete, schutzsuchende oder geschützte Personen verwendet oder geflüchtete Menschen respektive schutzsuchende Menschen. Ebenfalls auf der Verbotsliste steht der Begriff Migrant. Der soll zu Menschen mit Migrationsgeschichte oder Menschen mit internationaler Geschichte mutieren. Es wird auch keine illegalen Einwanderer mehr geben, sondern stattdessen undokumentierte Migranten.
Der Berliner Senat bekommt nichts auf die Reihe. Nicht einmal eine Wahl kann ordnungsgemäß durchgeführt werden, von anderen Dingen gar nicht erst zu reden. Aber für die Verhunzung und Vergewaltigung der deutschen Sprache, dafür hat man Geld, Zeit und Personal übrig. Umgesetzt werden soll das, um angeblich zu verhindern, dass rassistische, antisemitische, antiziganistische, frauenfeindliche, LSBTI-feindliche oder andere menschenverachtende Zuschreibungen verwendet werden. Schreibt jedenfalls die Polizei Berlin auf ihren Seiten.
Wobei: ist der Begriff »antiziganistisch« nicht alleine schon ein Verstoß gegen die Richtlinien, bezieht er sich doch auf den in der Zwischenzeit verpönten Begriff »Zigeuner«?
Und: der »Holocaust« ist auch passé und wird von Shoah, Schoa oder Schoa (je nach Vorliebe) ersetzt.
Passend zu Weihnachten gibt es »Sprachtipps der Berliner Polizei« überall kostenfrei im Netz. Ein Geschenk für alle, die schon alles haben. Auch nachzulesen bei der BZ.
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