Berliner Schulen haben kaum Interesse an weiteren Fremdspracheangeboten

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Berliner Schulen haben kaum Interesse an weiteren Fremdspracheangeboten
Datum: 04.05.2018 - 10:57 Uhr

In der Regel wird an den 655 allgemeinbildenden Schulen in Berlin neben Deutsch als sogenannte Muttersprache in der Regel Englisch als erste Fremdsprache unterrichtet. An manchen Schulen in Schwerpunktbezirken überwiegt allerdings der Eindruck, dass Deutsch die erste Fremdsprache sei. Der Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund ist mitunter derart hoch, dass deutsche Schüler eindeutig in der Minderzahl sind. Allerdings ändern diese Verhältnisse nichts an dem Lehrplan: Deutsch gilt auch an diesen Schulen als Unterricht in der Muttersprache.

Neben Englisch wird in vielen Schulen auch Unterricht in Französisch, Latein, Spanisch und/oder Russisch angeboten. Das Fremdsprachenangebot an den Berliner Schulen ist also mehr als ausreichend. Zumal es in diversen Kursen auch noch für die Schüler die Möglichkeit gibt, Japanisch zu erlernen oder Hochchinesisch. Doch dem Rot-Rot-Grünen Senat in Berlin ging das nicht weit genug. Er schrieb alle 655 allgemeinbildende Schulen an und wollte weitere Sprachen verpflichtend in den Lehrplan aufnehmen.

Die Resonanz aber war mehr als nur ernüchternd, wie es einem Bericht der »Berliner Zeitung« zu entnehmen ist. 150 Schulen antworteten gleich gar nicht. Und bei den verbleibenden 505 Schulen hielt sich die Begeisterung arg in Grenzen. Ganze 20 Schulen zeigten Interesse an Unterricht in Arabisch und lediglich zwölf sahen einen erhöhten Bedarf an Türkisch. Sieben Schulen wünschten sich mehr Polnisch-Unterricht, jeweils fünf Schulen mehr Angebote in Russisch und Chinesisch. Vereinzelten Bedarf meldeten Schulen für Rumänisch, Vietnamesisch, Französisch, Spanisch sowie Portugiesisch. Mehrfachnennungen waren möglich.

Die Schulen leiden alle unter extremen Lehrermangel, sodass sie mit dem gegenwärtigen Personal kaum in der Lage sind, den aktuellen Lehrstoff planmäßig zu vermitteln. Für weitere Experimente habe man da seitens der Schulleiter und dem Lehrerkollegium wenig Verständnis, heißt es in dem Bericht. Die im rot-rot-grünen Koalitionsvertrag festgelegte Vereinbarung, dass an Berliner Schulen mehr Sprachen gelehrt werden soll, steht ohne Aufstockung des Lehrpersonals an den Schulen defintiv vor dem Aus.

Sven von Storch

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