Berliner Bürgermeister Müller vor Aufnahme in die Antisemitismus-Liste
Berliner Bürgermeister Müller vor Aufnahme in die Antisemitismus-Liste
Datum: 31.08.2017 - 10:37 Uhr
Es ist eine sehr zweifelhafte Auszeichnung, in der vom Simon-Wiesenthal-Zentrum seit 2010 jährlich veröffentlichten Liste der zehn größten Antisemiten des Jahres aufgenommen zu werden. Jakob Augstein wurde diese Ehre 2012 zuteil, ein Jahr zuvor wurde Hermann Dierkes, seines Zeichens Duisburger Lokalpolitiker in der mehrfach umbenannten SED, bereits wenig lobend erwähnt. Aktuell darf sich der Regierende Bürgermeister Berlins, Michael Müller von der SPD, mit dem Gedanken anfreunden, in der 2017er-Ausgabe dieser Liste aufgeführt zu werden.
Ausschlaggebend für Müllers Aufnahme, so Rabbi Abraham Cooper, stellvertretender Direktor des Zentrums, seien gleich zwei Gründe. Müller habe sich nicht gegen eine antiisraelische Boykott-Kampagne während eines Kulturfestivals in Berlin distanziert. Viel schwerer aber wiegt, dass Müller keine rechtlichen Schritte eingeleitet habe, um die Al-Quds-Demo in der Hauptstadt zu verhindern respektive sich nicht von ihr und den dort getroffenen Aussagen distanziert habe.
Wie die »Jerusalem Post« schreibt, wird die endgültige Liste im Dezember des Jahres vorgestellt. Müller habe sich für eine Erwähnung auch deshalb »qualifiziert«, weil sich nach Berichten des israelischen Geheimdienstes mehr als 250 aktive Hisbollah-Mitglieder in Berlin befänden, Müller aber keine rechtlichen Schritte gegen die islamischen Terroristen einleite.
Darüber hinaus hat das Zentrum sehr wohl und missbilligend zur Kenntnis genommen, dass bei einer Podiumsdiskussion an der Humboldt-Universität Ende Juni 2017 eine Holocaust-Überlebenden von Mitgliedern einer antisemitischen Gruppe niedergebrüllt wurde.
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