Berlin lehnt Investition in Milliardenhöhe für Flughafen Tegel ab
Berlin lehnt Investition in Milliardenhöhe für Flughafen Tegel ab
Datum: 01.06.2017 - 10:55 Uhr
Man kann und darf über Ryanair und seinen Eigner Michael O´Leary hin und wieder durchaus geteilter Meinung sein. Seine Geschäftspraktiken sind gelegentlich diskutabel, seine Positionierung zu Arbeitnehmerrechten sind klar ablehnend und er scheut sich nicht, auch Politikern gegenüber klare Worte zu finden. Fakt ist aber auch, dass O´Leary es innerhalb weniger Jahre geschafft hat, aus einer stark defizitären und nur regional operierenden Fluggesellschaft die größte Fluggesellschaft Europas zu formen. Ryanair bietet täglich 1.800 Flüge an und hat im letzten Jahr 119 Millionen Passagiere befördert. Ein Ende dieses Wachstumskurses ist nicht in Sicht.
Um das ambitionierte Ziel von 200 Millionen Passagiern im Jahr 2024 zu erreichen, baut die Fluggesellschaft sowohl ihr Streckennetz wie auch die bereits errichteten Standorte weiter aus. Dazu soll auch der Flughafen Tegel gehören. Ein entsprechendes Angebot zum Ausbau der Infrastruktur in Höhe von 1,5 Milliarden Euro wurde von David O‘Brien, dem kaufmännischen Direktor von Ryanair, der Berliner Flughafengesellschaft unterbreitet. O´Brien sicherte zu, dass man in den kommenden fünf Jahren fünf Millionen zusätzliche Passagiere nach Tegel befördern werde. Das bedeute 3.750 zusätzliche Arbeitsplätze sowie 750 Millionen Euro an zusätzlichen Besucherausgaben.
Aber die Flughafengesellschaft lehnte das Angebot mit der Begründung ab, dass Tegel mit der Öffnung des Großflughafens BER ja irgendwann geschlossen werde. Nun ist es wichtig zu wissen, dass die Länder Berlin und Brandenburg zu je 37 Prozent an dieser Flughafengesellschaft beteiligt sind (die anderen 26 Prozent liegen beim Bund) und dass der Vorsitzende der Geschäftsführung dieser Flughafengesellschaft, Engelbert Lütke Daldrup, ein »Spezi« vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) ist. Und schon erscheint diese Ablehnung in einem ganz speziellen Licht.
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