Berlin gedenkt der Opfer der Mauer
Berlin gedenkt der Opfer der Mauer
Datum: 15.08.2023 - 09:31 Uhr
Geschichte, sehr kurz erzählt: nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa wurde Deutschland zersplittert: vier Besatzungszonen, zwei Gebiete unter direkter ausländischer Verwaltung. Berlin und Wien wurden ebenfalls in vier Sektoren aufgeteilt: je einer ging an die USA, Frankreich, Großbritannien und die Sowjetunion. Während dieser Zustand in Wien 1955 mit dem österreichischen Staatsvertrag relativ unspektakulär zu Ende ging, entwickelte sich Berlin zum absoluten »Hot-Spot« des Kalten Krieges. Das SED-Unrechtsregime hatte bereits entlang der Demarkationslinie der Sowjetischen Besatzungszone zu den Westzonen Stacheldrahtzäune, Wachposten und ähnliche Sperranlagen errichtet, um die Bevölkerung einzusperren. Nur Berlin war noch frei. Bis zum 13. August 1961. Da sperrten die Schergen der SED die innerstädtische Sektorengrenze ab, um dort entlang dann eine Mauer zu errichten. Ein undemokratisches Ungetüm, an dem viele Menschen ihr Leben verloren; die genaue Zahl der Toten wird nicht mehr ermittelt werden können. Das SED-Regime hat die Beweismittel weitestgehend vernichtet.
Am vergangenen Sonntag wurde in Berlin der Opfer dieser Mauer gedacht. Am Mahnmal in der Bernauer Straße wurden von Politikern fast aller Parteien Grenze niedergelegt. Der 13. August ist DER Gedenktag in Berlin, sogar noch eine Nuance wichtiger als der 17. Juni und ohnehin um Längen wichtiger als der 3. Oktober. Da erwarten die Leute natürlich, dass der »Regierende« sich zeigt und ein paar Worte zur Erinnerung an die Opfer spricht. Für Wegner gilt das aber nicht. Bei den Olympischen Winterspielen 1980 in Lake Placid rief Reporter Bruno Moravetz suchend in sein Mikrophon »Wo ist Behle?«. Am vergangenen Sonntag hörte man überall den Ruf »Wo ist Wegner?«.
Der sei »für ein paar Tage in den Süden und die Sonne gereist«, heißt es aus der Senatskanzlei. Ausgerechnet am 13. August. Politisches Fein- und Taktgefühl Fehlanzeige bei Herrn Wegner, wie es scheint.
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