Baut das Werk in den USA oder zahlt hohe Grenzsteuern

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Baut das Werk in den USA oder zahlt hohe Grenzsteuern
Datum: 06.01.2017 - 10:23 Uhr

Im November 2016 hatte Toyota angekündigt, ein neues Werk in Mexiko zu errichten. Dort soll ab 2019 der für den US-Markt bestimmte »Corolla« in einer Stückzahl von rund 200.000 Fahrzeugen pro Jahr vom Band laufen. Der kommende US-Präsident Donald Trump hat in einer Twitter-Meldung diese Pläne scharf kritisiert. »Baut das Werk in den USA oder zahlt hohe Grenzsteuer«, schrieb er in Richtung des japanischen Automobilherstellers.

Bereits während seiner Wahlkampfkampagne hatte Trump sich klar für die Erhaltung bestehender und Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Automobilindustrie seines Landes eingesetzt. Zahlreiche Unternehmen, Werke und Standorte der einst so stolzen Automobilnation der USA sind entweder längst von der Landkarte verschwunden oder vegetieren am Rande der Existenz vor sich hin. Firmen wie Oldsmobile, Cadillac oder Chevrolet haben ihre Eigenständigkeit verloren und gehören alle der Unternehmensgruppe General Motors (GM) an. Doch auch GM produziert in Mexiko.

Vor wenigen Tagen sendete Trump eine fast gleichlautende Nachricht in Richtung Firmenzentrale von GM. Entweder, man verlagere die Produktion des für den US-Markt wichtigen Typs »Chevrolet Cruze« wieder in die USA oder man solle hohe Einfuhrsteuern zahlen. Gegenwärtig werden die Fahrzeuge steuerfrei aus Mexiko in die USA exportiert.

Auch Ford, ein weiterer der wenigen verbliebenen Automobilkonzerne, produziert viele Fahrzeuge für den US-Markt aus Kostengründen im benachbarten Mexiko. Nach intensivem Austausch zwischen den Entscheidungsträgern des Unternehmens und Donald Trump hatte die Konzernleitung am vergangenen Dienstag gemeldet, auf den geplanten Ausbau eines Werkes in Mexiko zu verzichten. Die dafür vorgesehenen 1,6 Milliarden US-Dollar werden stattdessen zu einem großen Teil in eine bestehende US-Fabrik investiert werden.

Auch Toyota-Chef Akio Toyoda hatte Meldungen von »finanzen.net« zufolge Reportern in New York gesagt, sein Unternehmen werde Trumps Entscheidungen bei den geplanten Geschäften in Mexiko berücksichtigen. Er, Toyoda, wolle die Situation analysieren und sich mit seinen Beratern austauschen. Ihm sei sehr daran gelegen, die Produktion für den US-Markt zu steigern. Dazu gehöre nach seinem Verständnis auch, dass man sich als ein »gutes Unternehmen für die US-Bürger« präsentiere.

Sven von Storch

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