Barbados will nicht länger die Queen als Staatsoberhaupt
Barbados will nicht länger die Queen als Staatsoberhaupt
Datum: 17.09.2020 - 11:05 Uhr
Etwa 280.000 Menschen leben auf Barbados, der östlichsten Insel der Kleinen Antillen in der Karibik. 1625 übernahm England die bis dahin menschenleere Insel von den Portugiesen und siedelte versklavte Iren und Vertragsknechte (Indentursklaven) aus anderen britischen Territorien dort an. Am 30. November 1966 rief Barbados seine Unabhängigkeit aus, Staatsoberhaupt aber blieb weiterhin Königin Elizabeth II. Sie wurde auf der Insel durch den Generalgouverneur vertreten, derzeit Dame Sandra Mason. Regierungschefin auf Barbados ist Mia Amor Mottley.
Diese hat jetzt verkündet, dass sich Barbados am 55. Jahrestag seiner Unabhängigkeit am 30. November 2021 zu einer Republik umwandeln wird und die Queen dann nicht mehr länger Staatsoberhaupt der Insel sein wird. »Die Menschen in Barbados wollen ein Staatsoberhaupt aus Barbados«, sagt Mason. Es bestehe kein Zweifel daran, dass das Land die Fähigkeit besitze, sich selbst zu regieren. Die Ausrufung der Republik sei »der nächste logische Schritt zur vollen Souveränität des Landes«, so Mason.
Noch gehört Barbados dem Commonwealth of Nations an, ein loser Staatenverbund, der 1931 als quasi-Nachfolger des britischen Empires gegründet wurde. Nach und nach haben sich immer mehr der einstigen im Commonwealth vereinigten britischen Kolonien, Protektorate oder Dominions verabschiedet und gehen seitdem ihren eigenen politischen Weg. Die bekanntesten ehemaligen Commonwealth-Staaten sind die Republik Irland, die bereits 1949 ausschied, oder das heute in einem anderen Beitrag erwähnte Zimbabwe (Ausstieg 2003).
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