Auch Schweden kehrt zurück zur Kernkraft
Auch Schweden kehrt zurück zur Kernkraft
Datum: 22.08.2025 - 10:06 Uhr
Tidö-Koalitionäre mit Energieunternehmen einig
Anders als zur Ampel-Zeit in Deutschland, als Scholz und Habeck auf Konfrontationskurs zu den meisten Energie-Unternehmen gegangen waren, sind sich in Schweden alle Beteiligten einig, dass der Weg zurück zur Kernkraft der einzige und richtige Weg zur sauberen Energiegewinnung ist. Am Donnerstag hielten Ministerpräsident Ulf Kristersson (M) und weitere Parteivorsitzende der Tidö-Partei eine Pressekonferenz in Ringhals ab. Hintergrund ist Vattenfalls Ankündigung, neue sogenannte SMR-Reaktoren zu bauen.
Einigkeit bei allen Parteichefs
Und auch anders als in Deutschland sind sich die Parteichefs in ihrer Entscheidung einig. »Heute wird ein großer Schritt hin zu einer stärker fossilfreien Energieerzeugung in Schweden gemacht«, sagte Ulf Kristersson laut Aftonbladet. »Zum ersten Mal seit 50 Jahren wird in Schweden ein Atomkraftwerk gebaut«, bemerkte er weiter. Die Regierung betont, dass der Staat als Investor einsteigen wird und dass auch die Industrie Interesse gezeigt hat. Ebba Busch (KD) nannte die Ankündigung »einen Startschuss für etwas Größeres«, während Simona Mohamsson (L) von einer historischen Entscheidung sprach. Jimmie Åkesson (SD) bezeichnete den Tag als das Ende jahrzehntelanger energiepolitischer Konflikte. »In Schweden sollen weitere neue Atomkraftwerke gebaut werden, und zwar in naher Zukunft«, sagt er.
Auch Vattenfall zufrieden
Vattenfall-CEO Anna Borg erklärt, das Unternehmen habe 75 verschiedene Lieferanten geprüft und arbeite nun mit zweien zusammen: dem amerikanischen GE Vernova und dem britischen Rolls-Royce. Die kleineren Reaktoren werden neben den bestehenden Ringhals 3 und 4 errichtet. »Das Gelände ist eng. Die Tatsache, dass die Reaktoren kleiner und in Serie gebaut werden, senkt die Kosten. Der Bau von Großreaktoren wäre hier mit großen Risiken verbunden gewesen«, sagt sie.
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