Atombombenabwurf auf Hiroshima am 6. August 1945

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Atombombenabwurf auf Hiroshima am 6. August 1945
Datum: 06.08.2024 - 09:42 Uhr

Hiroshima war keine strategisch sonderlich wichtige Stadt. Im Grunde genommen war Japan Ende Juli 1945 militärisch und wirtschaftlich geschlagen, wollte aber wegen des im Lande herrschenden Militärkodex einfach nicht kapitulieren. Das US-Militär und die US-Regierung hatten Millionen und Abermillionen US-Dollar in das Manhattan-Projekt und die Erforschung der Atombombe gesteckt. Die sollte ursprünglich über Deutschland zum Einsatz kommen, aber der dortige »GröFaz« hatte sich Ende April 1945 die Lage in Berlin mit einem Pistolenschuss durch den Kopf gehen lassen und etwas mehr als eine Woche später war der Spuk in Europa vorbei. Jetzt standen die US-Amerikaner da mit ihren extrem teuren Bomben und wollten endlich wissen, wie die Auswirkungen sind.

Auf den Inselchen und Inseln, die die japanische Armee außerhalb der Hauptinseln besetzt hielt, wollte man die Bomben nicht einsetzen. Schließlich waren sie dazu konzipiert, »ganze Städte auszuradieren« (Originalton im Briefing des Piloten Paul Tibbets). Tokio fiel als Ziel aus, das hatten US-Bomber bereits im März zuvor durch mehrstündige Flächenbombardements großflächig vernichtet. Bei jenem Bombenterror über Tokio verloren mehr als 100.000 Menschen hier leben - allerdings verteilt auf die ganzen Angriffe.

Die Wahl der US-Militärs für den ersten Atombombenabwurf der Menschheitsgeschichte auf von Zivilisten bewohnte Gebiete fiel auf Hiroshima, 255.000 Einwohner und von den Bombenangriffen verschont - bisher. Dann kam der frühe Morgen des 6. August 1945. Um 8.16 Uhr Ortszeit hatte sich die Welt verändert. In Hiroshima sowieso, denn 80 Prozent der Innenstadt waren durch die Detonationswelle innerhalb von einer einzigen Sekunde vernichtet worden und etwa 80.000 Menschen fanden den unmittelbaren Tod.

Dieser »Erfolg« reichte den US-Militärs aber noch nicht, schließlich hatten sie neben der Uran-Bombe für Hiroshima auch noch eine Plutonium-Bombe entwickelt, die zunächst für die Stadt Kokura vorgesehen war, dann aber am 9. August 1945 über Nagasaki abgeworfen und in etwa 450 Meter Höhe über dicht bewohntem Gebiet der Stadt, die keinerlei militärischen oder strategischen Wert hatte, gezündet wurde.

Bis heute sind diese beiden Kriegsverbrechen der USA, die noch eine Vielzahl weiterer Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg und unmittelbar danach begangen haben, ungesühnt.

Sven von Storch

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