Aserbaidschan will okkupierte Gebiete ins Staatsgebiet eingliedern

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Aserbaidschan will okkupierte Gebiete ins Staatsgebiet eingliedern
Datum: 22.12.2020 - 13:22 Uhr

Das unter russischer Vermittlung zustande gekommene Waffenstillstandsabkommen zwischen den Invasionstruppen des islamischen Aserbaidschans und den christlichen Verteidigern aus den Republiken Armenien und Arsakh in der Region Karabach ist relativ stabil. Hin und wieder gibt es derzeit kleinere Scharmützel, meist ausgelöst von den Spähtrupps Aserbaidschans, die - gezielt oder unbewusst - die festgelegte Demarkationslinie überschreiten.

Zu weiteren Verhandlungen konnten die russischen Vermittler allerdings keine der an dem Glaubenskrieg beteiligten Seiten bewegen. Die islamische Regierung in Baku will das gesamte Gebiet der zu 99 Prozent von Christen bewohnten Republik Arzach in sein Staatsgebiet eingliedern, eine Forderung, die sowohl von der arzachischen Regierung in der Hauptstadt Stepanakert wie auch von der armenischen Regierung in Eriwan rundweg abgelehnt wird.

Baku will trotz dem Ausstehen weiterer Verhandlungen Fakten in den okkupierten Gebieten schaffen und riesige Summen in die besetzten Gebiete stecken. Etwa 2,2 Milliarden Manat, rund 1,05 Milliarden Euro, sollen vor allem in die Regionen Kalbecer im Nordwesten und Agdam im Nordosten fließen. De facto würde dies fast eine Halbierung des Gebietes der Republik Arzach bedeuten und eine neue Fluchtwelle verursachen. Die EU samt der Merkel-Regierung in Deutschland verschließt die Augen vor dem sich abspielenden Drama fast vor der eigenen Haustür. Christen werden verfolgt, vertrieben und getötet. Einhundert Jahre nach dem Genozid an Armeniern scheint sich die Geschichte zu wiederholen.

Sven von Storch

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