Aserbaidschan setzt Militärdrohnen bei Invasion in Arzach ein

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Aserbaidschan setzt Militärdrohnen bei Invasion in Arzach ein
Datum: 06.10.2020 - 11:31 Uhr

Die Grenzlinie zwischen den christlichen Staaten Armenien und Arzach auf der einen Seite und dem islamischen Aserbaidschan auf der anderen Seite ist eine Aneinderreihung von zerklüfteten Hügelketten, Gräben, Anhöhen und nahezu unpassierbaren Wegen. Armenische und arzachische Truppen haben in diesem unwegsamen Gelände schwere Verteidigungsstellungen errichtet, die von den aserbaidschanischen Invasoren nicht einzunehmen sind. Mehrfach mussten sich die islamischen Bodentruppen unverrichteter Dinge zurückziehen. Ihr Nachteil: sie müssen über den östlich der Anhöhen vorgelagerten Ebenen angreifen, sind daher von den Verteidigern lange bevor sie überhaupt das Einsatzgebiet erreicht haben, auszumachen.

Deswegen setzt die islamische Regierung in Baku nun auf moderne Kriegstechnik. Mit modernen Militärdrohnen vom Typ »Bayraktar«, die man dem eigenen Vernehmen nach im vergangenen Juni von der Türkei erstanden hat, will man jetzt die Stellungen der christlichen Verteidiger ausspähen und dann gezielt mit Artilleriebeschuss unter Feuer nehmen.

Doch Armenien und Arzach bleiben nicht tatenlos. Sie haben ihrerseits sowohl Störsender im gesamten Frontbereich aufgebaut wie auch ihre Truppen an dem russischen Flugabwehrsystem ZSE-23-4 Schilka ausgebildet. Eine Verlegung mehrerer dieser Systeme in das Kampfgebiet wird in Kürze erwartet, ebenso wie der Einsatz von Mittelstreckenraketen russischer Bauart seitens der Verteidiger. Sie sollen die aserbaidschanischen Artillerie- und Raketenstellungen ausschalten, von denen seit mehreren Tagen arzachische Städte - unter anderem die Hauptstadt Stepanakert - beschossen werden. »E5«-Aufklärungsdrohnen des russischen Herstellers Ptero sollen den armenischen und arzachischen Einheiten dabei helfen, diese Stellungen auszukundschaften.

Sven von Storch

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