Arzach in Genozidgefahr
Arzach in Genozidgefahr
Datum: 01.09.2023 - 09:40 Uhr
Die Republik Arzach, hierzulande besser bekannt als Bergkarabach, ist ein zu 99 Prozent von Christen bewohnter Kleinstaat im Südkaukasus. Am 2. September 1991 erklärte die Republik Arzach ihre Unabhängigkeit, allerdings verweigern ihr die UN, die NATO und die EU derzeit noch die Anerkennung. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Republik Arzach umgeben ist vom Staatsgebiet des islamischen Aserbaidschans, die Mullahs in Baku Anspruch auf das von Christen bewohnte Gebiet erheben und der Wertewesten fette Geschäfte mit den Islamisten in Aserbaidschan macht.
Nach mehreren Überfällen der islamischen Armee Aserbaidschan gegen die Republik Arzach kam es auf dem Südkaukasus zu einem lang andauernden Krieg: auf der Seite der Angreifer die muslimische Armee aus Baku samt Unterstützung durch Truppen des Alleinherrschers vom Bosporus und Freiwilligen des geschlagenen »Islamischen Staats«, auf der Seite der Verteidiger die christlichen Soldaten aus Arzach und Armenien. Erst nach vielen Jahren des Krieges und unter russischer(!) Vermittlung - der Wertewesten hielt sich fein raus - wurde ein brüchiger Frieden vereinbart, der eine Landverbindung zwischen den beiden christlichen Republiken Armenien und Arzach vorsah: den Latschin-Korridor.
Weil die vereinigten muslimische Armeen die christlichen Soldaten auf dem Schlachtfeld nicht besiegen konnten, verlegt sich die Regierung in Baku nun auf eine andere Taktik. Sie blockiert seit Wochen den Latschin-Korridor, so dass für die christliche Bevölkerung in Arzach notwendige Güter, vor allem Medikamente, aber auch Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Lebens und Überlebens, nicht mehr eingeführt werden können. Arzach ist vom Rest der Welt abgeschnitten. Den Christen in der Republik droht der Hungertod, drohen Seuchen, sie sind in existenzieller Gefahr.
Es droht ein Genozid, ein Völkermord. Die islamische Regierung in Baku wandelt auf den Spuren der Osmanen, die unweit dieser Region vor rund 100 Jahren einen Völkermord an den christlichen Armeniern begangen haben; einen bis heute nahezu ungesühnten Völkermord. Vielleicht hofft man in Baku darauf, mit seinem Völkermord an den Christen in Arzach auch ungeschoren davon zu kommen. Derzeit jedenfalls hat der Wertewesten noch beide Augen fest geschlossen.
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