Armutsquote in Deutschland bleibt extrem hoch
Armutsquote in Deutschland bleibt extrem hoch
Datum: 27.03.2024 - 11:11 Uhr
Mehr als jeder sechste Bürger in Deutschland ist von relativer Armut betroffen. Das zeigt der vom Paritätischen Wohlfahrtsverband am vergangenen Dienstag veröffentlichte Armutsbericht für das Jahr 2022. Diese Armut zieht sich durch alle Alters- und Bevölkerungsschichten, besonders betroffen sind aber nach wie vor Alleinerziehende, kinderreiche Familien und Menschen mit schlechten Bildungsabschlüssen. Vor allem aber, und das ist die wirklich schockierende Erkenntnis aus dem Bericht, steig die Kinderarmut auf einen neuen traurigen Höchstwert: mit knapp 22 Prozent war mehr als jedes fünfte Kind von Armut betroffen. Und noch ein nachdenklich stimmender Wert: bei Alleinerziehenden lag die Armutsquote bei 43,2 Prozent!
Absolute Armut gibt es in Deutschland zum Glück - bisher - nicht. In dem Bericht wird stets die relative Armut erfasst. Als von relativer Armut betroffen gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens in einer Volkswirtschaft zum Leben zur Verfügung hat.
Die Berliner Ampel hat ihr ausgegebenes Ziel, die soziale Ungerechtigkeit im Land zu bekämpfen - ebenso wie viele andere ihrer ausgegebenen Ziele - krachend verfehlt. 2022 gab es dem Bericht zufolge 2,7 Millionen mehr arme Menschen als zum Basisvergleichsjahr 2006. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von knapp 30.000 Euro in 2006 auf über 46.000 Euro in 2022, die Quote der von relativer Armut betroffenen Menschen stieg im selben Zeitraum von 14 Prozent auf knapp 17 Prozent.
Selbst Berufstätige sind vor dem Sturz in die relative Armut längst nicht mehr gefeit: 26,4 Prozent der Betroffenen gehen einer Sozialabgabe pflichtigen Tätigkeit nach. Das ist ebenfalls ein neuer trauriger Rekord.
Zumindest eins haben die (H)Ampel-Männer hinbekommen: hinsichtlich der Armutsbetroffenheit ist die deutsche Einheit so gut wie vollzogen. In den westlichen Bundesländern liegt sie mit 16,7 Prozent nahezu gleich auf mit der in den östlichen Bundesländern (17,2 Prozent). Ein Grund, um die Sektkorken knallen zu lassen, ist das aber ganz sicher nicht.
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