ARD steht (wieder einmal) im Kreuzfeuer der Kritik

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ARD steht (wieder einmal) im Kreuzfeuer der Kritik
Datum: 28.05.2019 - 12:31 Uhr

Es ist kein Geheminis, dass die deutschen Mainstreammedien jede Menge Probleme mit der Politik in Österreich im Allgemeinen und der FPÖ im ganz Besonderen haben. Auch deutsche Altparteienpolitiker fühlten sich immer wieder dazu berufen, ungefragt »gute« Ratschläge in Richtung Wien schicken zu müssen. Verständlich, dass man in der Alpenrepublik mehr und mehr verschnupft auf die »Piefkes« und ihre Besserwisserei reagierte. Das Verhältnis zwischen den politischen Vertretern in beiden Ländern kann daher durchaus als angespannt bezeichnet werden. Einzige Ausnahme bildet da das gute Verständnis zwischen der FPÖ und der AfD, die beide auf europäischer Ebene der von Salvini initiierten neuen Fraktion im EU-Parlament beigetreten sind.

Möglicherweise ist dieses gute Verständnis den deutschen Mainstreammedien ein Dorn im Auge. Ob das aber der Grund für den extrem peinlichen Fauxpas, den sich die ARD in ihrer Berichterstattung über die Wahl zum Europäischen Parlament geleistet hat, ist, bleibt wohl Spekulation. Jedenfalls stand Jörg Schönenborn vor der Wandtafel mit der Prognose aus Österreich und nach dem schwarzen Balken für die ÖVP und dem roten Balken für die SPÖ wurde der Balken für die FPÖ eingeblendet. Bei der ARD war der aber eben nicht »freiheitlich-blau«, sondern von den deutschen TV-Machern mittelbraun eingefärbt.

Diese eigenwillige Färbung wird in Österreich gar nicht gut aufgenommen; selbst bekennende FPÖ-Gegner zeigen zeigen sich in den sozialen Netzwerken und Kommentaren wenig amüsiert über diese Entgleisung. Noch deutlichere Worte findet der Wiener Landtagsabgeordneten und Sprecher für europäische und internationale Angelegenheiten der FPÖ Wien, Leo Kohlbauer: »Eine unglaubliche Entgleisung der 'Tagesschau' - in den Hochrechnungen wurde unsere Parteifarbe in braun (Farbe der NSDAP) geändert. Die Angriffe aus Deutschland auf unsere Demokratie reißen nicht ab!«

Bisher hat sich kein Verantwortlicher der Tagesschau zu diesem Vorfall geäußert.

Sven von Storch

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