Altmedien versuchen verzweifelt, mit einem Spielplatz Schlagzeilen zu generieren
Altmedien versuchen verzweifelt, mit einem Spielplatz Schlagzeilen zu generieren
Datum: 08.12.2017 - 07:59 Uhr
Vor einigen Wochen wurde medial bekannt, dass im Berliner Bezirk Neukölln (fast jeder zweite Bewohner hat einen Migrationshintergrund) ein Kinderspielplatz mit neuen Spielgeräten ausgestattet werden wird. Das zentrale Klettergerüst ist einer Moschee nachgebildet und wird von einer Kuppel überragt, auf deren Spitze ein Halbmond, das Symbol des Islam, aufgesetzt ist. Entsprechend entzündete sich eine Diskussion um den Spielplatz. Hauptkritikpunkt war, dass die Anbringung religiöser Symbole auf einem Kinderspielplatz zu unterbinden habe. Die Bezirksbürgermeisterin von Neukölln, Franziska Gaffey (SPD), versuchte sich damit herauszureden, dass das Klettergerüst gar keine Moschee darstelle, sondern es sich dabei um eine Burg handeln solle.
Jetzt wurde der Spielplatz mit der »muslimischen Burg« seiner Bestimmung übergeben, musste aber, so wollte die dpa herausgefunden haben, aufgrund der vielen Anfeindungen gegen seine Ausgestaltung unter Polizeischutz eröffnet werden. Genüsslich berichtete die Presseagentur darüber, dass sich angeblich vor allem die AfD bei der umfangreichen Kritik an dem Spielplatz hervorgetan habe. In dem Bericht schwadronierte der Schreiberling von Verschwörungstheoretikern und »hasserfüllten Kommentaren«. Was passte da besser, um einen Skandal zu schaffen, als Polizeischutz für die Eröffnung, um dem Bericht die richtige Würze zu geben?
Blöd für den Verfasser, dass seine Recherchen offensichtlich einmal mehr schlecht als recht gelangen. Denn von dem erwähnten Polizeischutz, der »sicherheitshalber« bei der Eröffnung am Mittwoch anwesend gewesen sein soll, war weit und breit nichts zu sehen. Noch blöder aber ist die ganze Chose für »Spiegel«, »Morgenpost«, die »Welt« und etliche andere Altmedien. Sie übernahmen die Fakenews unreflektiert und ohne selbst noch einmal den Sachverhalt zu überprüfen. Denn nur eines war wichtig: man hätte ja der AfD einen Skandal anheften können. Da ist bei den Altmedien die Wahrheit doch sehr flexibel.
Übrigens: der angebliche Polizeischutz bestand aus zwei Herren des Ordnungsamtes, die auf ihrer Runde zur Prüfung des ruhenden Verkehrs just in diesem Moment vor Ort erschienen. Die Polizei war auch in der Nähe. Drei Ecken weiter. Mit dem Spielplatz aber hatte deren Einsatz gerade einmal gar nichts zu tun.
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