Air Berlin meldet Insolvenz an
Air Berlin meldet Insolvenz an
Datum: 16.08.2017 - 07:32 Uhr
Knapp 40 Jahre nach dem ersten Flug eines Flugzeugs der Air Berlin könnte das Ende der Gesellschaft unmittelbar bevor stehen. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft hat gestern Insolvenz angemeldet; der Flugbetrieb soll dennoch zunächst weitergeführt werden. Ein Rettungspaket des Bundesverkehrsministerium in Höhe von 150 Millionen Euro soll garantieren, dass bis einschließlich November 2017 die Flugpläne der Air Berlin eingehalten werden können.
Zahlreiche Umstrukturierungsversuche der Gesellschaft, um aus der Verlustzone heraus zu kommen, blieben in der jüngeren Vergangenheit erfolglos. Air Berlin war mehr oder minder vom finanziellen Engagement des größten Anteilseigners Etihad abhängig. Etihad ist die staatliche Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate und hat Air Berlin durch erhebliche Zuschüsse in den letzten Jahren am Leben erhalten. Doch nachdem die arabische Gesellschaft jetzt verkündete, dass es keine weitere finanzielle Unterstützung geben werde, war die Anmeldung der Insolvenz seitens Air Berlin die einzig verbliebene Option.
Anders als in den USA, wo eine von der Pleite bedrohte Firma sich unter den Schutz eines besonderen Paragraphen begeben kann, um der Insolvenz zu entgehen (Chapter 11 bankruptcy code) und eine umfangreiche Restrukturierung anzustreben, wird der Insolvenzverwalter von Air Berlin alle Hände voll zu tun haben, um zu retten, was vielleicht noch zu retten ist. Der Platzhirsch, Lufthansa, jedenfalls reibt sich schon die Hände und dessen Geier kreisen bereits über das noch nicht einmal verendete Aas des einstigen Herausforderers.
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