Aggressive Männergruppen machen Düsseldorfer Altstadt unsicher
Aggressive Männergruppen machen Düsseldorfer Altstadt unsicher
Datum: 05.12.2017 - 08:36 Uhr
Niemand weiß genau, wie lang denn nun die längste Theke der Welt exakt ist. Vor allem deshalb nicht, weil es sie in dieser Form gar nicht gibt. Dieser geflügelte Begriff hat sich aufgrund der enormen Dichte an Altbierkneipen und anderen Gaststätten in der Düsseldorfer Altstadt über viele Jahre eingebürgert. Dennoch soll es Touristen geben, die sich vor Ort auf Suche nach der besagten Theke begeben. Das Areal zwischen Rheinuferpromenade und Heinrich-Heine-Allee galt und gilt als »die« Feiermeile der Stadt und hat ihre Anziehungskraft weit über Düsseldorf hinaus begründet.
Doch mehr und mehr verliert sie ihren Glanz. Wirtsleute schlagen schon seit einiger Zeit Alarm. Immer öfter werden die Gäste von »aggressiven Männergruppen« belästigt. Zu besonderen Anlässen, wie jüngst in der Nacht zu Allerheiligen (neudeutsch: Halloween), war die Polizei mit einem Großaufgebot im Einsatz. Zahlreiche Araber und Nordafrikaner waren durch massive Störungen der öffentlichen Ruhe aufgefallen. Ihre aggressive Grundeinstellung, so der Polizeibericht, führte zu vier Festnahmen, 40 Strafanzeigen und einem Einsatz von Pfefferspray, als ein »Nafri« sich der Festnahme durch Zücken eines Messers widersetzen wollte.
Der Zunahme dieser Vorfälle steht die Politik einmal mehr machtlos gegenüber. Die SPD-Bürgermeisterin Marina Spillner hat sich jetzt etwas ganz Besonderes einfallen lassen: sie will das Phänomen der Aggression wissenschaftlich erforschen lassen. Es brauchte zunächst einmal eine Bestandsaufnahme, so Spillner. Dafür will sie »die Altstadt soziologisch durchleuchten lassen«.
Die betroffenen Wirte sehen das ganz anders und wesentlich pragmatischer. Altstadt-König Primo Lopez (betreibt u.a. das „El Amigo“) wird in einem Bericht der »Bild« so zitiert: »Wir brauchen mehr Polizei, damit nicht alles weiter verwahrlost.« Und Michael Naseband, ein andere Kneipier, gibt an, dass er an Silvester gar nicht erst öffnet: »Da sind hier kaum noch normale Gäste unterwegs, fast nur Männergruppen.«
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