Afrikanische Staaten wenden sich von den ehemaligen Kolonialmächten ab
Afrikanische Staaten wenden sich von den ehemaligen Kolonialmächten ab
Datum: 04.08.2023 - 09:42 Uhr
Die europäischen Großmächtee teilten in ihrer nahezu grenzenlosen Arroganz den afrikanischen Kontinent in ihre eigenen Interessenssphären auf. Hier sind vor allem die »Grande Nation« Frankreich und das nicht minder auf Expansion und Imperialismus ausgerichtete »United Kingdom« zu nennen. Auch wenn andere europäische Staaten wie Spanien, Italien, Portugal, Belgien und Deutschland einen Teil des schwarzen Kontinents erhielten, so rissen sich Franzosen und Briten den Großteil Afrikas unter den Nagel. Sie zogen Beliebigkeitsgrenzen, die keinerlei Rücksicht auf die Gegebenheiten vor Ort nahmen. Sie trennten ursprüngliche Gebiete eines Stammes oder legten die Areale miteinander verfeindeter Stämme zusammen. Damit legten sie den Grundstein für heute noch ungelöste Probleme.
Einige afrikanische Staaten machen in der Zwischenzeit das Beste aus den wenig guten Startbedingungen, die sie nach Jahrhunderten unter der britischen oder vor allem französischen Knute hatten. Sie schließen Wirtschaftsverträge mit China ab, das in der Zwischenzeit zu einem echten Faktor in der globalen Wirtschaft geworden ist; vor allem aber schließen die einstigen Kolonien Militärverträge mit Russland. Auch hier ist auffällig, dass vor allem einstige französische Kolonien besonders oft vertreten sind, sei es in Nordafrika (Algerien, Tunesien), in der Sahel-Zone (Mali, Niger, Tschad), in Westafrika (Guinea, Burkina Faso, Ghana, Kongo) oder sogar in Südafrika (Madagaskar).
Die USA haben mit Ausnahme von Liberia - der Staat wurde von den USA als Rückkehrgebiet für in die Freeiheit entlassene Sklaven gegründet - keine Verträge in Afrika. Das militärische Abenteuer in Somalia ist bekanntermaßen krachend gescheitert. Und jetzt ist es wohl zu spät für »Uncle Sam«. Es sei denn, die Biden-Administration bastelt noch schnell den Hilferuf einer wohlgefälligen Regierung zusammen. Das wäre ja auch nicht das erste Mal.
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