Abstimmung im schottischen Parlament
Abstimmung im schottischen Parlament
Datum: 28.03.2017 - 12:04 Uhr
Der »Act of Union« trat am 01. Mai 1707 in Kraft. Mit diesem Vereinigungsgesetz wurde die gesetzliche Grundlage zur Vereinigung des Königreichs England und dem Königreich Schottland zum Königreich Großbritannien geschaffen. Beide Parlamente stimmten diesem Vertrag zu, Schottland gab seine volle Souveränität auf. Im Gegenzug dazu aber übernahm das neue Großbritannien die Schulden des damals de facto insolventen Schottland und öffnete den fast den gesamten Erdball umfassenden Markt Englands nun auch für schottische Produkte. Wirtschaftliche Gründe waren es also vor über 300 Jahren, die Schottland antrieben, den Beitritt zu vollziehen.
Wirtschaftliche Gründe sind es nun, die Schottland antreiben, sich aus dem Vereinigten Königreich zu lösen. Denn anders als Engländer und Waliser haben sich die Schotten mit überwältigender Mehrheit gegen den Brexit ausgesprochen; sie wollten und wollen in der EU verbleiben. Um diesem Ansinnen Nachdruck zu verliehen, stimmt heute das schottische Parlament über ein neues Unabhängigkeitsreferendum ab. Ziel des Referendums und der schottischen Regierungschefin Nicola Sturgeon ist eine Volksabstimmung in Schottland im Herbst 2018 respektive im Frühjahr 2019. Dann sollen die Schotten über ihre Zukunft entscheiden.
Vor drei Jahren gab es eine ähnliche Abstimmung. 2014 stimmten noch 55 Prozent der Wähler gegen die Loslösung aus dem »United Kingdom«. Doch durch den Brexit seien die Vorzeichen heute ganz andere, führt Sturgeon an. 62 Prozent der Schotten hatten für einen Verbleib in der EU gestimmt. Sturgeon geht davon aus, dass ein ähnlich hoher Wert an Zustimmung für eine Unabhängigkeit erreicht werden kann.
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