43,1 Prozent der Arbeitlosen haben Migrationshintergrund
43,1 Prozent der Arbeitlosen haben Migrationshintergrund
Datum: 18.07.2017 - 09:46 Uhr
Offiziell sind etwa Zweieinhalb Millionen Menschen in Deutschland als arbeitslos gemeldet. Das ist auf den ersten Blick ein durchaus erfreulicher weil relativ niedriger Wert. Allerdings liegt auch hier schon eine potenzielle Fehlerquelle. Denn Menschen, die erkrankt sind, sich in Fortbildungs- oder sonstigen Schulungsmaßnahmen oder anderen von der Arbeitsagentur vermittelten Projekten befinden, fallen aus dieser Statistik heraus: sie gelten für diesen Zeitraum nicht als arbeitslos, verschönern also die eingangs erwähnte Zahl. Doch selbst diese kosmetische Korrektur kann nicht darüber hinweg täuschen, dass es insbesondere im Bereich der Arbeitslosen mit Migrationshintergrund eine dramatische Verschärfung der Lage gibt.
Bundesweit liegt die Quote der Arbeitslosen mit Migrationshintergrund bei 43,1 Prozent, in den westlichen Bundesländern bei 49,5 Prozent und in Hessen als traurigem Spitzenreiter dieser Statistik sogar bei 57,7 Prozent. Diese Zahlen hat die Bundesagentur für Arbeit in einem Bericht mit Stichtag 31. Dezember 2016 aktuell veröffentlicht. Auch in Baden-Württemberg (56,2 Prozent), Hamburg (55,7 Prozent), Bremen (55,1 Prozent), NRW (51,9 Prozent) und Berlin (51,8 Prozent) hat mehr als jeder zweite Arbeitslose einen Migrationshintergrund. In den östlichen Bundesländern liegen diese Zahlen weit darunter. In Mecklenburg-Vorpommern liegt die Quote gerade einmal bei 12,3 Prozent.
Ausschlaggebend für diese Entwicklung ist unter anderem auch die Zunahme der Migranten an der Gesamtbevölkerung wie aber auch die kulturelle Besonderheit der einzelnen Ethnien. Der Erfolg oder Misserfolg am Arbeitsmarkt hängt auch von den schulischen Leistungen ab. So hatten zum Beispiel 88 Prozent der 25 bis 35 Jahre alten Einwanderer mit chinesischen Wurzeln Abitur, aber nur 16 Prozent der aus der Türkei stammenden. Entsprechend unterschiedlich spiegeln sich auch die Anteile dieser beiden Gruppen bei den Arbeitslosen wider.
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