4. September 1953_ Austausch von Kriegsgefangenen in Korea beginnt
4. September 1953_ Austausch von Kriegsgefangenen in Korea beginnt
Datum: 04.09.2023 - 09:45 Uhr
Der Koreakrieg, der mit dem Überfall der Truppen des kommunistischen Nordens am 25. Juni 1950 begann (und bis heute andauert: es gibt zwar einen Waffenstillstand, aber keinen Friedensvertrag) ist der unbekannteste der bekannten großen Kriege. Dabei standen sich hier erstmals die Vertreter der beiden waffenstrotzenden Machtblöcke gegenüber und setzten, anders als in Europa, diese Waffen auch gegeneinander ein. Zwar gab es kein Aufeinandertreffen von Sowjetsoldaten und US-Soldaten, aber Nordkorea wurde üppig mit Waffen und Kriegsgerät von dem Georgier Stalin versorgt. So lange der lebte, war nicht mit einem Ende des Krieges auf der koreanischen Halbinsel zu rechnen. Er und sein »Spezi« Mao in Peking lieferten Material und Kriegsgerät in den Norden der Insel, damit Kim Il-sung seinen Krieg führen kann.
Die USA bildeten nach der Kapitulation Japans eine Besatzungsmacht im Süden und installierten den aus dem Exil in den USA zurückgekehrten Autokraten Rhee Syng-man als Staatspräsidenten. Ein kommunistischer Diktator im Norden, ein Autokrat im Süden - das konnte nicht lange gut gehen. Und so erfolgte im Juni 1950 der vom Norden propagierte »Wiedervereinigungskrieg«: mit rund 200.000 Soldaten und fast 400 von der Sowjetunion gelieferten T-34-Kampfpanzern überschritten die Truppen des Nordens den 38. Breitengrad und trieben die gerade einmal 100.000 Mann schwache Armee des Südens vor sich her, bis nur noch der äußerste Südosten der Halbinsel bei Pusan gehalten werden konnte.
Jetzt entstandten die USA im Auftrag der UNO ihrerseits ein großes Kontingent an Truppen, zunächst schlecht ausgebildete Soldaten, die kaum Erfolge erzielten; später dann kamen Elitetruppen, die die Invasionsarmee des Nordens zurück bis an den Grenzfluss zu China zurückdrängten. Als die US-Truppen an dem Grenzfluss Yalu ankamen, schickte Mao seinerseits eine halbe Million Soldaten der chinesischen Volksarmee in den Krieg, der die Amerikaner daz zwang, sich wieder bis zur Demarkationslinie zurückzuziehen.
Nach zähen Verhandlungen, die einen positiven Schub durch den Tod des georgischen Diktators in Moskau bekamen, verständigte man sich am 27. Juli 1953 auf einen Waffenstillstand und der Festlegung des 38. Breitengrads als Grenze zwischen den beiden koreanischen Staaten sowie eine vier Kilometer tiefe entmilitarisierte Zone entlang dieses Breitengrads. Ab dem 4. September 1953 wurden dann die Kriegsgefangenen beider Seiten ausgetauscht, wobei es viele Nordkoreaner und Chinesen vorzogen, im Süden zu bleiben oder in ein anderes westliches Land »repatriiert« zu werden. Dieses Abkommen, geschlossen und unterstützt von der Neutral Nations Supervisory Commission (NNSC) ist ein Grund, warum auch heute noch stets je fünf Soldaten aus der Schweiz und Schweden in Panmunjeon, dem Ort der Unterzeichnung der Waffenstillstandsvereinbarung, stationiert sind.
Bis heute gibt es keinen Friedensvertrag zwischen den beiden koreanischen Staaten, lediglich diesen vor über 70 Jahren geschlossenen Waffenstillstand.
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