30. Jahrestag der Währungsunion
30. Jahrestag der Währungsunion
Datum: 01.07.2020 - 08:36 Uhr
Heute vor 30 Jahren, am 1. Juli 1990, trat die Währungsunion in kraft. Die »Alu-Chips« der DDR-Mark hatten ausgedient, die D-Mark galt als Umgangwährung in beiden deutschen Teilstaaten. Gestaffelt in drei Altersgruppen (ab 60 Jahren, 15 bis 59 Jahre, 14 Jahre und jünger) konnten jeweils 6.000 Mark, 4.000 Mark respektive 2.000 Mark zum Kurs von 1-zu-1 in D-Mark umgetauscht werden. Alles was darüber hinaus ging, konnte mit einem Kurs von 2-zu-1 von Mark in D-Mark eingetauscht werden.
Mit der staatlich verordneten Umtauschquote sollten gleich mehrere Aspekte abgedeckt werden. Zum einen befand sich die DDR-Mark im freien Verfall. Zwar gab es zu keiner Zeit einen offiziellen Tauschkurs zwischen Mark und D-Mark, weil das SED-Regime keine freie Konvertierbarkeit zuließ, faktisch aber hatte sich ein Kurs von 5-zu-1 eingespielt. Für fünf »Ost« gab es eine »West«. Doch seit dem Mauerfall im November 1989 erodierte die DDR-Mark extrem, ihr Kurs fiel Anfang 1990 auf 20-zu-1.
Zeitgleich zu diesem Verfall machten sich nach wie vor viele Menschen auf den Weg von Ost nach West. »Kommt die D-Mark, bleiben wir. Kommt sie nicht, geh´n wir zu ihr!« - so oder so ähnlich tönte es tausendfach aus den Kehlen derer, die das SED-Regime abgeschüttelt hatten. Sie, die D-Mark, kam und wurde bejubelt wie ein Popstar.
Einige Jahre später kam der Euro. Der wurde nicht bejubelt. Ganz im Gegenteil, seiner Einführung vorab ging eine massive Werbekampagne. Es war in der Geschichte des Geldes das erste Mal, dass für Geld geworben werden musste. Richtig gezündet hat diese Kampagne bis heute nicht. Viele Mitgliedsländer der EU sind dem Euro fern geblieben, auch in Deutschland steigt der Wunsch nach einer Rückkehr der D-Mark wieder deutlich stärker an.
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