20 Jahre Bundeswehreinsatz in Afghanistan sind beendet

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20 Jahre Bundeswehreinsatz in Afghanistan sind beendet
Datum: 02.07.2021 - 10:56 Uhr

Vor 20 Jahren regierte eine rot-grüne Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD) das Land. Sein Außenminister war der vormalige Frankfurter Straßenkämpfer Fischer von den Grünen. Sie waren diejenigen, die erstmals wieder nach dem Zweiten Weltkrieg deutsche Soldaten in einen Kriegseinsatz ins Ausland schickten. Zuvor beteiligten sich deutsche Soldaten im Ausland lediglich an humanitären Einsätzen. Schröder setzte die einen Monat vor dem Afghanistan-Einsatz abzustimmende Operation »Enduring Freedom« in der Form durch, dass er die Zustimmung mit der Vertrauensfrage im Bundestag koppelte.

Hinsichtlich des Beschlusses für den Afghanistan-Einsatz (»ISAF«) gab es dann deutlich weniger Schwierigkeiten für Schröder und Fischer. Die Grünen hatten sich parlamentarisch längst vom konsequenten Kriegsgegner zum militanten Kriegsbefürworter gewandelt. Schröder sagte damals nach dem Beschluss im Bundestag: »Nur mithilfe militärischer Gewalt konnte verhindert werden, dass Unschuldige auch in Zukunft leiden.« Dieses Motto trugen die Grünen mit; jene Grünen, die unter anderem Sprüche prägten wie »fighting for peace is like fucking vor virginity« (frei übersetzt: für den Frieden zu kämpfen ist wie für die Jungfräulichkeit zu v*geln).

Gestern ging dieser 20 Jahre dauernde Einsatz zu Ende. 59 deutsche Bundeswehrsoldaten haben diesen Einsatz mit dem Leben bezahlt, zwölf Milliarden Euro an Steuergeldern wurden für und in Afghanistan verbrannt. Und wofür? Dafür, dass in spätestens sechs Monaten die Hauptstadt Kabul wieder an die Taliban fällt? Dafür, dass Frauen und Mädchen wieder vom Schulbesuch und jedweder anderen Form des sozialen Lebens ausgeschlossen werden und sich wie übergroße Pinguine im Namen Allahs verkleiden müssen? Welchen Erfolg hat der Kriegseinsatz, den Schröder und Fischer beschlossen, erbracht?

Ja, die islamistischen Terroristen kommen nicht mehr aus Afghanistan. Dafür kommen sie aus dem Irak, aus Nordafrika, aus zahlreichen anderen islamischen Ländern. Und sie morden nicht mehr mit Flugzeugen, die sie in Hochhäuser fliegen. Sie steuern dafür jetzt LKW, PKW oder Kleintransporter in Menschengruppen. Oder sprengen sich mitten unter ihnen in die Luft. Oder sie massakrieren Frauen, Mädchen und Kinder mit Messern. Oder, oder, oder...

Ein Erfolg war der Einsatz in Afghanistan daher nicht. Er hat die Welt nicht friedlicher gemacht, die Gefahr islamistisch motivierter Terroranschläge ist ganz sicher nicht verringert worden: die Terroristen kommen jetzt nur aus anderen Ländern. Die vorgegebenen Ziele wurden nicht erreicht. Ergo war der Einsatz ein einziger Fehlschlag. Das bleibt nach 20 Jahren Einsatzzeit, 59 toten Soldaten und 12 Milliarden Euro Kosten.

Sven von Storch

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