1939_ Mourir pour Dantzig_ _ 2022_ Sterben für Charkiw_
1939_ Mourir pour Dantzig_ _ 2022_ Sterben für Charkiw_
Datum: 15.09.2022 - 11:29 Uhr
Die russische Regierung scheint nicht länger gewillt zu sein, sich bezüglich etwaiger Friedensgesppräche von der Ukraine hinhalten zu lassen. Das erneute Gesprächsangebot des russischen Außenministers Lawrow vom vergangenen Wochenende wurde von Kiew zurück gewiesen. Statt Gesprächsbereitschaft zu zeigen, veröffentlichte die Ukraine zum wiederholten Male die bekannten Durchalte- und Endsiegparolen. Das wiederum wurde in Moskau nicht gut aufgenommen.
Russlands ehemaliger Präsident Dimitri Medwedew reagierte jedenfalls scharf auf das bei CNN veröffentlichte Interview von Selenskij, in welchem dieser seine »Rückeroberungspläne« noch einmal unterstrich und deswegen Verhandlungen mit Russland nicht in Betracht zieht.
Medwedew sagte, dass, falls die Ukraine jetzt nicht den Verhandlungen zustimme, Russland seine eigenen Positionen überdenken werde und gegebenfalls »eine bedingungslose Kapitulation verlangen« würde. Wörtlich schrieb er in seinem Telegram-Kanal: »Die jetzigen ‚Ultimaten‘ sind ein Kinderspiel im Vergleich zu den Forderungen in der Zukunft: der totalen Kapitulation des Kiewer Regimes zu Russlands Bedingungen.« (siehe Beitrag vom RND).
Das wiederum brächte den Werte-Westen in ein arges Dilemma. Bleibt man im Fall der Umsetzung dieser russischen Ziele untätig, so besteht eine realistische Wahrscheinlichkeit, dass die Ukraine einer russischen Großoffensive alleine nicht lange standhalten kann. Wolle man stattdessen die Ukraine schützen, müsste man selbst mehr als nur ein paar Waffenlieferungen aufbieten; man müsste Truppen entsenden, die sich den russischen Verbänden entgegenstellen.
Und damit kommt es dann zu der alles entscheidenden Frage: ist der Werte-Westen bereit, seine Soldaten für Charkiw (oder andere Städte der Ukraine) sterben zu lassen?
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